Kenia – Diani Beach

Die erste Nacht in Kenia mussten wir in Nairobi verbringen, da wir erst abends dort ankamen. Die Stadt ist auch bekannt unter dem Namen „Nairobbery“, weswegen wir gespannt waren, wie es vor Ort tatsächlich sein würde. Wir hatten uns von Johannesburg aus ein Zimmer in einem „Bed&Breakfast“ gebucht, waren dann aber etwas stutzig als der Taxifahrer uns mitten in ein gut überwachtes Wohngebiet fuhr. Es stellte sich dann heraus, dass die Unterkunft nicht wirklich ein offizielles Hotel war, sondern ein Zimmer in einer Privatwohnung bei einer freundlichen, aber dennoch etwas seltsamen und geschäftstüchtigen Gastgeberin. Daher waren wir froh, am nächsten Morgen gleich in aller Frühe nach Mombasa weiterzufliegen. Die kurz vor Abflug spontan gebuchte Unterkunft in Diana Beach versprach dank ihres Namens ein Reiterhof zu sein und so freute ich mich schon auf Ausritte am Strand. Vor Ort stellte sich dann aber heraus, dass es eher eine neu gebaute, aber nicht bis ins letzte durchdachte Unterkunft auf einem kleinen Grundstück mit 2 kleinen Pferdeboxen war. Eines der Pferde war immerhin in halbwegs gutem Zustand, auch wenn es sich sicher über etwas Bewegung außerhalb der Box gefreut hätte; das andere Pferd jedoch hatte eine starke Schwellung im Hufbereich und ganz offensichtlich starke Schmerzen. Laut dem in Tierbelangen scheinbar völlig unwissenden Besitzer war die Schwellung schon mindestens 2 Wochen alt, aber Geld für den Tierarzt sollte möglichst keins ausgegeben werde. Die Probleme des Pferdes traten jedoch am 2. Tag völlig in den Hintergrund als wir vom Strand zurückkamen und einen der beiden Hunde zitternd mit abgeschnittenem Schwanz im Dreck liegend fanden. Die Umstände der ganzen Sache waren sehr seltsam und haben sich uns erst nach längerem Nachfragen – und vermutlich auch immer noch nicht ganz – erschlossen. Tatsache war jedoch, dass ein Stallangestellter der armen Hündin (Kita) den kompletten Schwanz ohne Narkose und ohne jegliche Sachkenntnis abgeschnitten hatte und dabei nicht einmal einen kleinen Stumpf übrig zu lassen oder die Wunde zu versorgen. Die nächsten Tage waren also damit ausgefüllt, Kita zu versorgen, zum Tierarzt zu bringen, ihre Schmerzen zu reduzieren und irgendwie zu verhindern, dass sich die Wunde infiziert und die Entzündung den Rücken hinaufsteigt. Kita war eine äußerst dankbare Patientin, die uns fast auf Schritt und Tritt gefolgt ist. Daher war es auch nicht besonders schlimm, dass sich unsere Ausflüge auf den Strand in der Umgebung, den Besuch einer Affen-Auffangstation und einen abendlichen Besuch an einer schönen Bucht beschränkten. Leider haben wir es am Ende nicht geschafft, Kita von ihrem unfähigen Besitzer wegzukriegen. So mussten wir schweren Herzens weiterziehen in der Hoffnung, dass Esther, eine der (mittlerweile ehemaligen) Angestellten, sich um ihr Wohl kümmern wird. Ebenso hofften wir, dass der Besitzer und sein Angestellter eine Lehre aus der Sache gezogen haben und dem 2. Hund , Chapati, das gleiche Schicksal erspart bleibt (Chapati verdankt seinen Namen übrigens der Verzehrung indischen Brotes; da keiner den chinesischen Namen des Hundes aussprechen konnte, haben wir ihn beim gemeinsamen Abendessen im Einverständnis mit dem Besitzer umbenannt).

Für einen Abstecher in den berühmten Nationalpark Masai Mara zur Migration der Gnus war das verbliebene Budget leider nicht mehr groß genug und daher muss dieses Naturschauspiel auf den nächsten Besuch verschoben werden.

Südafrika – Kapstadt

Leider bin ich die letzten Wochen auch zuhause nicht wirklich zum Weiterschreiben gekommen, aber heute gibt es nun endlich den Bericht über Südafrika.

Um Geld zu sparen sind wir von Bulawayo in Simbabwe aus mit den Nachtbus nach Johannesburg gefahren. Die Fahrt sollte eigentlich 14 Stunden dauern inklusive kurioser Wartezeiten an den Grenzen; aufgrund einer Buspanne auf der Autobahn kurz vor Pretoria waren wir jedoch insgesamt 17 Stunden unterwegs. Als Ausgleich für das lange Sitzen im Bus haben wir dann am Nachtmittag einen Wanderausflug in den Suikerbosrand Nationalpark bei Heidelberg gemacht, aber leider außer Affen, ein paar Echsen und einer Schlange nicht wirklich viele Tiere gesehen. Tags darauf kam endlich mein Papa aus Deutschland an und wir sind noch einmal zum Beine vertreten in den Nationalpark gefahren.
Der folgende Tag war komplett mit Wartezeit auf einen Sitzplatz in einem der Flieger nach Kapstadt ausgefüllt, was nach einigen Enttäuschungen dann doch endlich geklappt hat. In Kapstadt haben wir in einer tollen Lodge etwas außerhalb von Kapstadt, aber nicht weit vom  Sunset Beach entfernt übernachtet. Die 4 Tage vor Ort haben wir dazu genutzt, uns ein wenig die Stadt anzuschauen. So haben wir am ersten Tag eine Tour mit den roten Hop-on-Hop-off Bussen gemacht und dabei den wunderschönen botanischen Garten, Hout Bay, Camps Bay und die Waterfront besichtigt.
Am zweiten Tag haben wir uns bei einer Tour durch ein Township das andere Gesicht von Kapstadt angeschaut. Mit unserem einheimischen Führer, der selbst aus diesem Township kommt, haben wir eine Wanderung durch Langa, das älteste Township Kapstadts, gemacht. Mit dem Auto sind wir auch noch durch das Township Khayelitsha gefahren, welches mit 30km Durchmesser wirklich unglaubliche Ausmaße hat. Der Vormittag im Township war sehr interessant und lehrreich. Zum Einen war es erschreckend unter welch beengten Verhältnissen die Menschen teilweise leben; zum Anderen haben wir aber auch gelernt, dass selbst Bewohner, die es zu etwas Geld gebracht haben, trotzdem im Township bleiben wollen. So sind wir bei der Wanderung durch sehr ärmliche und dreckige Ecken gelaufen, aber auch durch Straßen, in denen dicke Autos vor der Tür standen. Und das unter Umständen nur eine Straßenecke voneinander entfernt.
Am dritten Tag haben wir eine geführte Tour zum Kap der guten Hoffnung gemacht. Bevor es zum Kap ging haben wir dabei noch einen Abstecher nach Muizenberg, dem berühmten Strand mit den bunten Strandhäuschen sowie zu einem Hafen mit vielen Robben und zum Boulders Beach mit seiner Pinguin-Kolonie gemacht. Dank bestem Wetter hatten wir einen tollen Tag am Kap mit wunderschönen Aussichten und einer Rückfahrt im Sonnenuntergang über den traumhaft gelegenen Chapmans Peak Drive.
Die für den nächsten Tag geplante Besteigung des Tafelberges musste aufgrund schlechten Wetters (Wind, Nebel, Regen) leider abgesagt werden. Stattdessen sind wir immerhin bis zur Nebelgrenze auf den Signal Hill gestiegen, um von dort wenigstens ansatzweise eine ähnliche Aussicht wie auf dem Tafelberg zu genießen.
Nach 4 Tagen hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen von Kapstadt und meinem Papa, aber das nächste Abenteuer wartete schon auf uns: Kenia.

Sambia und Simbabwe – Victoriafälle und mehr

Sambia 
Unser nächstes Ziel war Livingstone, eine Stadt in Sambia, die direkt an den Victoriafällen liegt. Wer in Sambia einreisen will, braucht vor allem eines: Zeit. Obwohl wir ziemlich vorne in der Schlange standen, mussten wir über eine halbe Stunde an der Einreise warten, denn für jede Person muss handschriftlich ein Visum ausgefüllt werden und es werden jedem Einreisenden diverse Fragen gestellt, so dass die Prozedur pro Person gute 5 Minuten dauert. Dank unseres mitgebrachten Zeltes konnten wir auf dem Campingplatz einer sehr schönen – aber ohne Zelt viel zu teuren – Lodge direkt am Fluss Sambesi übernachten. Vor Ort mussten wir allerdings schnell feststellen, dass die Victoriafälle offensichtlich generell eher auf besser zahlendes Klientel ausgelegt sind, denn keine der angebotenen Aktivitäten hat sich mit meinem Budget vereinbaren lassen. Alleine schon der Eintritt in den Nationalpark, in dem man Aussicht auf die Victoriafälle hat, schlägt mit 20 USD zu Buche. Verdammt viel Geld für ein paar Wanderwege mit Aussicht… Aber man fährt ja schließlich dort hin, um die Fälle zu sehen und daher sind wir trotz des überteuerten Eintritts frohen Mutes in Richtung Aussichtspunkte marschiert. Im Park haben wir dann aber etwas irritiert festgestellt, dass von Sambia Seite aus fast kein Wasser in den Fällen zu sehen war, da der Fluss so wenig Wasser führte. Dass im September Trockenzeit ist war klar, aber dass so wenig Wasser da sein würde, war uns nicht bewusst und auf die Hauptfälle, die ganzjährig Wasser führen, kann man von Sambia aus keine Aussicht. Nichts desto trotz sind wir durch den gesamten Park gewandert und haben versucht uns dabei nichts von den zahlreich umherlaufenden Affen klauen zu lassen. Leider kann man sich außerhalb der Lodges und außerhalb der Stadt nicht alleine zu Fuß fortbewegen, denn die Gegend ist anscheinen bekannt für Überfälle. Da es ohne Aktivitäten also schnell langweilig wird, sind wir nach 2 Nächten weiter gezogen nach Simbabwe. Der Fußweg zwischen den beiden Grenzstationen ist recht weit und geht über  die schön gelegene Victoria Falls Brücke, von der aus sich Waghalsige mit dem Bungee-Seil in die Tiefe stürzen können. Für uns ging es jedoch direkt in die Stadt auf der anderen Seite des Flusses, nach Victoria Falls.

 

Simbabwe
Victoria Falls
In Victoria Falls ging es wieder auf einen Campingplatz, der sehr nahe an den Fällen gelegen ist und uns auch dadurch gut gefallen hat, dass er direkt in der Stadt liegt und man sich wieder frei bewegen konnte. Am nächsten Tag haben wir dann wieder in sauren Apfel beißen müssen, denn der Nationalpark auf Simbabwe Seite ist – vermutlich aufgrund der besseren Sicht – mit 30 USD sogar noch teurer als der Nationalpark in Sambia. Jedoch haben die unzähligen schönen Ausblicke auf die Victoriafälle die Kosten schnell vergessen lassen. Sollte ich es jedoch jemals wieder an die Victoriafälle schaffen, werde ich auf jeden Fall direkt nach der Regenzeit einplanen, denn dann müssen die Wassermassen noch beeindruckender sein. Um die unglaublich tollen Sonnenuntergänge noch mal direkt auf dem Wasser zu genießen, haben wir uns auch eine Fluss-Kreuzfahrt in den Sonnenuntergang gegönnt. Neben der glühend roten Sonne beeindruckt eine solche Tour auch durch zahlreiche Flusspferde im Wasser und Elefanten am Ufer. Eine der Hauptattraktionen Afrikas liegt ebenfalls an den Victoriafällen: der Devil’s Pool. Dieser natürliche Pool liegt direkt an der Kante der Fälle und ist nur in den trockenen Monaten zugänglich. Nachdem ich vor ein paar Jahren einen Bericht darüber gesehen hatte, war ich eigentlich der Überzeugung, dass das zu viel Nervenkitzel für mich ist, denn der nur wenige Meter neben dem Eingang in den Pool fließt das Wasser in einer starken Geschwindigkeit in Richtung der Kante und die 100m hinab in die Tiefe. Da wir aber vor Ort von der anderen Seite aus gesehen hatten, dass man offensichtlich kein unkalkulierbares Risiko eingeht, hatte Nico sich spontan entschieden mir den Ausflug in den Pool nachträglich zum Geburtstag zu schenken und hat mich erst am Abend vorher über die Buchung der Tour informiert. Am nächsten Morgen ging es dann ganz früh mit weichen Knien zurück nach Sambia, von wo aus man über die ausgetrockneten Teile des Flussbettes des Sambesi nah der Kante in Richtung Hauptfälle wandert. Kurz vor dem Pool muss man dann bis auf Badebekleidung alles zurücklassen und durch ein Stück des Flusses schwimmen. Obwohl die Strömung an dieser Stelle nicht besonders stark ist, muss man jedoch zügig vorwärts schwimmen und das komische Gefühl überwinden, das die nahe Klippe und die 2 Notfall-Auffangseile hervorrufen. Der eigentlich Einstieg in den Pool ist dann jedoch erstaunlich einfach, denn wenn man sich vom Felsen vor dem Pool einfach nur mit der Strömung Richtung Kante treiben lässt, kann eigentlich nichts schief gehen. Es ist schon ein unglaubliches Gefühl auf die Kante zuzutreiben, kurz vorher von der Felskante aufgehalten zu werden und das Wasser dann aus nächster Nähe beim Hinabstürzen beobachten zu können. Näher kann man den Victoriafällen wirklich nicht kommen. 

 

Hwange Nationalpark
Um das Visum, das wir nach der Rückkehr vom Devil’s Pool erneut kaufen mussten, noch ein bisschen auszunutzen, haben wir uns ein Busticket gekauft und sind weitergefahren zum Hwange Nationalpark. Auch dort haben wir uns wieder fürs Zelten entschieden und sind auf einem extrem trockenen,sandigen und von Dornen wimmelnden Campingplatz gelandet. Generell haben wir uns dort leider nicht sehr wohl gefühlt, denn wir hatten das Gefühl, dass wir aufgrund unseres geringen Budgets nicht wirklich zu den Lieblingsgästen gezählt haben und die Angestellten nicht wirklich Interesse an uns hatten. Wir wollten eigentlich eine ganztägige Safariausfahrt machen, aber die Dame an der Rezeption hatte offensichtlich kein großes Interesse uns einen Fahrer zu organisieren und so konnten wir nur direkt am ersten Abend eine Abendausfahrt machen und haben uns den gesamten zweiten Tag zu Tode gelangweilt. Den Park auf eigene Faust zu durchwandern ging leider auch nicht, denn in diesem Park gibt es die „Big 5“ und direkt in der Gegend ums Camp soll es Löwen geben. Auch wenn die Abendausfahrt nicht so spannend und tierreich war wie unsere Ausfahrten im Jahr zuvor in Südafrika, haben wir doch ein paar Tiere wie Elefanten, Paviane, Zebras, Gnus, Krokodile, Flusspferde, Antilopen, Schakale und Giraffen entdeckt. Jedoch waren wir auch sehr froh, dass es 2 Tage später wieder einen Bus zur Weiterfahrt gab. 

 

Bulawayo
Nächste und letzte Station in Simbabwe war Bulawayo. Die Stadt hat uns ganz gut gefallen und es war mal spannend, eine nicht auf Touristen ausgelegte Stadt im Land zu sehen. Bulawayo ist die zweitgrößte Stadt im Land und fällt vor allem durch breite Straßen und viktorianisch geprägte Häuser auf. Auch das Eisenbahnmuseum, auf das wir nur durch Zufall beim Geocaching gestoßen sind, war recht interessant, denn man durfte die alten Lokomotiven und Wagen nicht nur von außen anschauen, sondern jegliches Ausstellungsstück auch von innen erkunden. Viele Sehenswürdigkeiten hat die Stadt allerdings nichts zu bieten und unser eintägiger Aufenthalt hat daher ausgereicht, bevor es mit dem Nachtbus wieder zurück nach Johannesburg ging. 

Swasiland

Von Mauritius aus ging es zunächst nach Johannesburg. Am nächsten Tag sind wir jedoch gleich mit einem Mietauto weiter in Richtung Swasiland gefahren. Die ca. 3.5-stündige Fahrt durch Südafrika war eher eintönig, denn in der Umgebung der Autobahn gibt es nicht wirklich viel zu sehen und generell war alles sehr trocken. Kurz vor Swasiland wurde die Landschaft dann allerdings etwas bergiger und interessanter. Da Afrika nicht zu den günstigsten Reisezielen zählt und  ich zu diesem Zeitpunkt bereits 6 Monate auf Reise war, hatten wir geplant so oft wie möglich im Zelt zu übernachten, um Geld zu sparen. In Swasiland war dies einfach umzusetzen und so haben wir die beiden Nächte in Swasiland im Zelt übernachtet. Erste Station war das Malolotja Naturreservat kurz hinter der Grenze. Der dortige Campingplatz war sehr schön und ruhig gelegen. Außer uns war nur ein anderer Campingwagen da und so haben wir ein schönes Fleckchen für unser Zelt mit Aussicht auf die Berge gefunden. Am nächsten Tag haben wir eine ca. 11 km lange Wanderung durch den Nationalpark gemacht. Durch die pralle Sonne und den fehlenden Schatten war die Tour recht anstrengend, zumal es auf dem Rückweg fast nur bergauf ging; belohnt wurde man jedoch mit traumhaften Aussichten und einer schattigen Pause an einem Flusslauf. Nachmittags ging es weiter durch die Hauptstadt Mbabane in Richtung Süden ins Mlilwane Wildlife Sanctuary. Der dortige Campingplatz war längst nicht so idyllisch gelegen und vor allem nicht so ruhig wie der erste, aber dafür konnte man abends die Warzenschweine beobachten, die sich am Feuer versammelt hatten und es gab generell mehr Tiere in diesem Park. Um die Tiere noch etwas näher zu beobachten, hatten wir uns für den nächsten Morgen für einen Safari-Ausritt angemeldet. Tags zuvor hatten wir noch über die Probleme der monatelangen Dürre gelesen und dann fiel ausgerechnet der erste Regen seit Monaten mit unserem Ausritt zusammen. Auch wenn der Regen wichtig für die Natur ist, fragt man sich dennoch, warum dafür nicht noch einen Tag später (oder wenigstens 2 Stunden später) Zeit gewesen wäre ☺. Trotz des Regens hatten wir einen schönen Ausritt vorbei an Krokodilen, diversen Vögeln, Warzenschweinen und Antilopen. Wir hatten sogar das Glück, einige Zebras zu entdecken, an die man dank der Pferde sehr nah heran reiten konnte.

Auch wenn es in den beiden Parks keine Tiere der „Big 5“ gab, hat das Land definitiv seinen Reiz und vor allem die Freundlichkeit der Menschen ist uns positiv aufgefallen. Swasiland ist auf jeden Fall einen längeren Besuch wert, aber da wir bereits für den nächsten Tag den Weiterflug an die Victoriafälle geplant hatten, ging es für uns nach 2 Nächten zurück nach Johannesburg.

Mauritius

Mahébourg
Nachdem ich erfolgreich einen Sitzplatz nach Dubai ergattert hatte, bin ich von dort nach mehrstündiger Wartezeit zusammen mit Nico weiter nach Mauritius geflogen.
Die ersten beiden Nächte habe wir in der Nähe des Flughafens, in Mahébourg, verbracht. Die kleine Stadt im Südosten von Mauritius ist an sich nicht besonders spannend, aber wir haben eine schöne Radtour zum nahegelegenen Strand ‚Pointe d’Esny‘ und zur ‚Blue Bay‘ gemacht. Die Küste ist traumhaft schön und in der Nebensaison auch fast menschenleer und entspannt. Leider war das Wetter unerwartet kalt und windig und da ich die letzten Monate in tropischer Hitze verbracht hatte, habe ich bei circa 20-25 Grad tatsächlich etwas gefroren. Da es in Mahébourg ansonsten nicht viel mehr zu sehen gibt, sind wir tags darauf weiter die Ostküste hinaufgefahren nach Trou d’Eau Douce.

Trou d’Eau Douce
Als Fortbewegungsmittel zwischen den verschiedenen Übernachtungsstopps haben wir die lokalen Busse genutzt, die erstaunlich sauber, halbwegs komfortabel und vor allem sehr günstig waren (auch wenn man für einen großen Rucksack gegebenenfalls einen Sitzplatz zahlen muss, wenn man ihn nicht wie ich 2 Stunden auf den Schoß nimmt). Die   Fahrt war sehr kurzweilig, denn es ging durch unzählige Zuckerrohrfelder mit Blick auf die traumhaften Berge und wunderschönen Küstenabschnitte. In Trou d’Eau Douce haben wir im Gästehaus einer sehr netten indisch-stämmigen Familie gewohnt, die uns herzlich aufgenommen haben. Aufgrund der Tatsache,  dass zu Kolonialzeiten viele Lohnarbeiter verschiedener Herkunft nach Mauritius kamen, gibt es heute einen bunten Mix verschiedener Kulturen, die offensichtlich friedlich nebeneinander existieren, da es keine Ureinwohner gab und daher keiner ein Vorrecht für sich beansprucht. Zu unserer großen Freude gab es daher eine große Auswahl indischer Essensstände zu fast indischen Preisen. Obwohl Mauritius bekannt ist für Hochzeitsreisen und teure Pauschalreisen, waren wir doch erstaunt, dass man auch günstige Selbstversorgerunterkünfte findet und sich die Insel daher auch für Budgetreisende eignet. An der Ostküste ging ein recht starker Wind aufgrund eines Anti-Zyklons, weshalb für mich das Frieren weiterging. Aber wer schwüle Hitze nicht so mag, ist offensichtlich im September sehr gut auf Mauritius aufgehoben bei 25 Grad und niedriger Luftfeuchtigkeit. Von Trou d’Eau Douce aus haben wir einen Rollerausflug (ca. 110km) an der Küste entlang in den Norden zur ‚Grand Baie‘ und in die botanischen Gärten von Pamplemousses (mit einigen kuriosen Pflanzen) gemacht. Aufgrund des kühlen Windes haben wir uns dann aber entschieden, in den windstilleren Westen nach Flic en Flac weiterzufahren.

Flic en Flac
Die Fahrt nach Flic en Flac hat ca 3.5 Stunden in 3 verschiedenen Bussen gedauet, aber wir haben auf der Fahrt wieder sehr viel von der Insel gesehen. Flic en Flac ist eines der größten Tourismuszentren der Insel,  aber deutlich ruhiger als Grand Baie. Der lange Strand ist wunderschön und eignet sich bestens für kilometerlange Strandläufe. Die Stadt liegt auch nicht weit entfernt vom ‚Black River Gorges‘ Nationalpark und so haben wir einen Tag zum Wandern durch den Nationalpark genutzt und außerdem den Südwesten der Insel mit dem Roller erkundigt. Wer mehr Zeit hat, kann durchaus mehrere Tage mit Wandern auf Mauritius verbringen, was die Insel zu einem guten Ziel macht für Urlauber, die keinen reinen Strandurlaub verbringen wollen.
Auch Port Louis, der Hauptstadt, haben wir von Flic en Flac aus einen Besuch abgestattet. Im dortigen Blue Penny Museum haben wir uns die berühmten Briefmarken ‚Blaue Mauritius‘ und ‚Rote Mauritius‘ angeschaut (von denen man allerdings kein Foto machen darf) und ein wenig mehr über die Kolonialzeit auf Mauritius erfahren. Außerdem haben wir das Weltkulturerbe ‚Apravasi Ghat‘ besichtigt. Dort wurden im 19. Jahrhundert ankommende Schuldknechte registriert, welche die Sklaven auf den Zuckerrohr-Plantagen nach Abschaffung der Sklavenarbeit ersetzen sollten. Mauritius war dabei ein Modelprojekt und das System der Schuldknechte wurde später in anderen Kolonien übernommen.
Tags darauf sind wir wieder zurück nach Mahébourg gefahren und hatten dort das Glück ein großes Hindu-Fest besuchen zu können, denn auf der ganzen Insel war ein hinduistischer Feiertag.
Nach insgesamt 9 Tagen auf Mauritius haben wir uns dann aber entschieden weiterzuziehen, denn wir wollten gerne noch weitere afrikanische Länder erkunden.

Thailand – der Süden

Koh Lanta
Von Hongkong aus ging es also zuerst weiter nach Bangkok und von dort am nächsten Tag in den Süden nach Krabi. Die Stadt selbst gibt nicht extrem viel her, ist aber gut als Ausgangspunkt zu den südlichen Inseln geeignet. Ich bin daher nur einen Tag dort geblieben und habe mir dann einen Platz in einem der Minivans nach Koh Lanta reservieren lassen. Das geht in Thailand alles so schön einfach und unkompliziert,  dass ich dem Besitzer meiner Unterkunft morgens Bescheid gesagt habe und 10 Minuten später war der Minivan da. Auf der Fahrt habe ich Bekanntschaft mit Philippe und Claude aus Heidelberg gemacht, die sich mir auch mit der Unterkunft abgeschlossen haben. Ich hatte mich für die gleiche Unterkunft entschieden, in der ich bereits ein Jahr vorher für ein paar Tage geurlaubt hatte. Da ich Koh Lanta schon von vorherigen Besuchen kannte, habe ich die Zeit hauptsächlich zum Entspannen und Sonne tanken genutzt. Mit den beiden Jungs habe ich ein schönen Ausflug mit dem Roller zum Nationalpark mit Wasserfall und kleiner Höhle gemacht bzw. zusammen am Strand entspannt. Ansonsten kann man es sich auf Koh Lanta einfach gut gehen lassen und ein wenig mit dem Roller rumdüsen, denn in der Nebensaison ist dort wirklich tote Hose, auch in Sachen Bootsausflüge und Wassersport. In Anbetracht der Tatsache, dass in der Nebensaison kein Boot von Koh Lanta aus auf die weiter südlich gelegenen Inseln fährt und aufgrund der Anschläge im Süden wenige Tage vor meiner Ankunft, habe ich mich dann entschieden zurück in Richtung Krabi bzw. Ao Nang  zu fahren und die anderen Inseln für den nächsten Besuch einzuplanen.

Ao Nang
Ao Nang erreicht man mit dem Minivan von Koh Lanta aus in ca. 2.5 Stunden. Die Stadt ist sehr touristisch mit guter Infrastruktur und daher meiner Meinung nach eher als als Ausgangspunkt für eine Weiterreise auf die Inseln oder für Touren geeignet und weniger für einen erholsamen Strandurlaub. Die beiden Strände in der Stadt mit einer Promenade eignen sich zwar gut für Spaziergänge, aber bei Flut ist das Wasser so hoch, dass der komplette Sand verschwindet. An den Hauptstraßen reihen sich Restaurants und Souvenirläden aneinander und es kann schon sehr nervig sein, ständig angesprochen zu werden, doch im jeweiligen Restaurant zu essen.
Mein Hostel lag sehr zentral und war sehr nett gestaltet. Im Schlafsaal habe ich gleich Bekanntschaft mit Shi Ya aus Singapur gemacht, mit der ich an den folgenden zwei Abenden am Strand spazieren war und das leckere, authentische Straßenessen genossen habe. Am Vorabend meines Geburtstages waren wir noch zum Nachtschwimmen am Strand, was zwar sehr lustig war, aber aufgrund meiner Angst vor den sehr gefährlichen Würfelquallen eher als Planschen und weniger als schwimmen durchging. Um Mitternacht hat Shi Ya mich dann total nett mit einem Geburtstagstörtchen überrascht. Leider musste sie am nächsten Tag schon wieder nach Hause fliegen und für mich ging es in einen privaten Bungalow etwas abseits vom Zentrum, den Nico mir gebucht hatte, damit ich am Geburtstag nicht im Schlafsaal schlafen musste. Da ich ausgerechnet diesen Tag einmal ohne neue Bekannte verbringen musste, habe ich mir einen Roller gemietet und bin zum Tiger Cave Tempel bei Krabi gefahren. Der Tempel selbst ist nicht außergewöhnlich spektakulär, aber seine Lage ist wunderschön. Um den Tempel zu besichtigen muss man 1260 Treppenstufen unterschiedlicher Breite und Höhe hinaufsteigen und das bei tropischen Temperaturen. Man wird aber belohnt mit einer fabelhaften Aussicht über die Karstberge, das Meer und die Stadt. Der Weg hinauf dauert für den durchschnittlich Trainierten etwa 20-30 Minuten, da man immer wieder kurze Verschnaufpausen braucht; manche haben auch aufgegeben und sind den Rückweg angetreten. Zur Erholung nach dem Aufstieg bin ich zum Khlong Mung Strand außerhalb von Ao Nang gefahren, wo das geplante Geburtstagsbad aufgrund von Regen leider ausfallen musste. Den Rest des Tages habe ich mit thailändischer Küche und einem kurzen Sprung in den Pool verbracht, bevor ich mich am Abend bei einer Massage in einem schönen Spa entspannt habe. Somit gab es keine wirkliche Geburtstagsfeier, aber ich hatte trotzdem fern von Zuhause einen schönen Geburtstag.

Bangkok
Am nächsten Tag ging es mit dem Flieger zurück zum 6. und letzten Bangkok-Besuch der Reise. Da ich 2014 und 2015 jeweils an den sehr strengen Kleidungsvorschriften gescheitert war (Schal zur Abdeckung der Schulter war nicht ausreichend), habe ich einen weiteren Versuch gestartet, den Königspalast zu besichtigen. Der Palast sowie der angeschlossene Tempel sind wirklich schön und imposant, allerdings waren die unzähligen, teils sehr rücksichtslosen Touristen eine echte Bewährungsprobe für meine Nerven.
Da klar war, dass es der vorerst letzte Besuch in Bangkok war, wollte ich nochmal zum finalen Einkauf zum MBK Center und zum Pratunam Market fahren. Aus Zeitmangel (am frühen Abend musste ich zum Flughafen fahren) habe ich den Weg zwischen den beiden Märkten mit dem Motorradtaxi zurückgelegt. Zu Beginn meiner Reise noch völlig undenkbar für mich, fährt der Fahrer einen dabei ohne Helm im Slalom zwischen den Autos durch Bangkoks volle Straßen. Obwohl es vermutlich nicht sehr sinnvoll ist, dies zu tun, gehört es zur wahren Asienerfahrung doch irgendwie dazu und die vielen Rollerfahrten und der Verkehr in Vietnam härten eindeutig ab.
Am Abend ging es für mich dann nach einigem Stress wegen ausgebuchten Flügen nach Dubai, was ein riesiges Glück war, denn andere Standby-Reisende standen schon den 2. Tag erfolglos für die „Rennstrecke“ an.
Ich war zwar froh, es nach Dubai geschafft zu haben, aber mit dem Wissen nicht so schnell zurückzukommen habe ich Thailand und Bangkok schon bei Abflug vermisst.

Hongkong

Der Zwischenstop in Hongkong war nur sehr kurz und eine spontane Entscheidung, da ich mein philippinisches Visum aufgrund des schlechten Wetters nicht verlängert hatte und Nico auch ein Layover in Hongkong hatte. Da ich schon vor 6 Jahren in Hongkong war, haben wir die 2 Tage Layover-Zeit genutzt, um lecker zu essen, die Skyline bei der abendlichen Lichtschau zu genießen und um ein wenig zu wandern. Obwohl Hongkong bekannt ist für riesige Hochhäuser auf engstem Raum, wissen viele nicht, dass die Insel zu etwa 90% aus bewaldetem Gebiet besteht und sich somit bestens zum Wandern eignet. Wohin ich nach Hongkong weiterreisen sollte, wusste ich erst mal nicht, denn es war geplant 2 Wochen später mit Nico Afrika ein bisschen besser kennenzulernen. Also musste ich ein Ziel finden, in dem sich entspannt und vor allem günstig 2 Wochen verbringen lassen. Was lag da näher als Thailand einen weiteren Besuch abzustatten…

Philippinen – Bohol und El Nido

Bohol
Da das „Heimweh“ nach den El Nido zu groß war, hatte ich mich entschieden zurück auf die Philippinen zu fliegen. Jedoch wolllte ich mir noch einen anderen Teil des Landes anschauen und habe mir nach Ankunft in Manila erst einmal ein Flugticket nach Cebu gekauft. Tags darauf habe ich eine Fähre zur benachbarten Insel Bohol genommen und bin mit dem Tricycle direkt weiter in den Süden nach Alona Beach auf Panglao Island gefahren. Am ersten Abend habe ich gleich drei nette Leute in meinem Hostel kennengelernt, von denen eine uns beim gemeinsamen Essen am Strand noch eine private Firedance Vorführung gegeben hat. Den nächsten Tag habe ich genutzt, um mir ein bisschen die Gegend anzuschauen und die Ausflüge für die nächsten Tage zu planen. Mit einem Amerikaner aus meinem Hostel war ich am nächsten Tag vor Balicasag Island tauchen. Die beiden Tauchgänge waren sehr schön mit vielen Schildkröten, Anemonen und einem ganzen Feld an Riesenmuscheln. Meinen Schlafsaal habe ich mir unter anderem mit Jacinta aus Papua-Neuguinea geteilt, die die Zeit sehr kurzweilig gemacht hat. Leider war sie schon einige Tage da und hatte die meisten Ausflüge schon gemacht, also musste ich alleine zu den berühmten Chocolate Hills fahren. Da das Wetter unberechenbar in Sachen Regen war, habe ich mich für eine Tour im Minivan angemeldet, bei der alle möglichen Sehenswürdigkeiten angesteuert werden und man selbst entscheiden kann, was man machen will und wann man einfach im Auto wartet. Ich hatte Glück und hatte junge Niederländer mit im Auto, die noch übermüdet und verkatert vom letzten Abend waren und daher wie ich die meisten Aktivitäten auslassen wollten. Der erste Stop war im Tarsier-Wald. Diese posierlichen Tierchen sind wirklich so klein, dass man sie selbst kaum in den Bäumen sieht und deshalb von Angestellten auf die Anwesenheit eines Tieres aufmerksam gemacht wird. Danach ging es zu den Chocolate Hills, von denen ich mir allerdings mehr erhofft hatte. Im Prinzip kann man nur auf eine Aussichtsplattform hinauf laufen und einen Blick über die Hügel werfen. Ich hatte erwartet,  dass man auch in den Hügel spazieren kann, was aber leider nicht möglich war. Auf dem Rückweg haben wir noch im Schmetterlingsgarten halt gemacht,  sowie an einer hängenden Brücke und in einem Wald. Grundsätzlich wäre noch Ziplining und Bootsfahrt mit Lunch möglich gewesen, was wir aber teils aus Kostengründen (von meiner Seite) bzw. aus Restkatergründen ausgelassen haben. Grundsätzlich war die Tour ganz nett, ich hatte mir aber definitv mehr davon versprochen. Den letzten Tag habe ich zusammen mit Jacinta am schönen Dumaluan Strand verbracht, wo wir auch Jocelore,  eine Einheimische, getroffen haben. Zu dritt hatten wir einen lustigen Tag am Strand mit tollem türkisblauen Wasser. Am nächsten Tag hatte ich die Rückfahrt nach Cebu geplant und da Jacinta keine Lust hatte, alleine auf Bohol zu bleiben, hat sie sich mir spontan angeschlossen. Von Cebu aus wollte ich eigentlich einen Tag später direkt weiter nach El Nido fliegen, da aber an diesem Tag kein Flug ging, habe ich leider erst ein Ticket für einen Tag später bekommen (gut, man hätte auch einfach ein paar Tage vorher den Flugplan checken können 😊). Immerhin konnte ich so noch einen Tag mit Jacinta am Dachterrassenpool ihres Hotels verbringen und mich auch gemeinsam mit ihr zum Flughafen aufmachen. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr mit einem Wiedersehen in Papua-Neuguinea klappt.

El Nido
Von meiner Rückkehr hatte ich nur Samy erzählt und somit bin ich voller Vorfreude auf die überraschten Gesichter nach El Nido geflogen. Die kleine Fluggesellschaft Swift Air bietet echt noch Service zu erschwinglichen Preisen. Man wird vom Check-In Schalter zum Gate begleitet, kriegt dort noch ein kleines Mittagessen und beim Einsteigen in den Flieger darf man über einen roten Teppich schreiten. In El Nido angekommen wird man vom Jeepney am Flieger abgeholt und es stehen Getränke und ein kleiner Snack bereit. Um ins Zentrum zu kommen, muss man jedoch wieder mit einem klapprigen Tricycle fahren. Bei meiner Ankunft hatte ich Glück und sowohl Aimee als auch Windel waren im Shop und konnten es nicht fassen, dass ich wieder da war. Auch die Anderen haben sich sehr gefreut. Die folgenden Tage in El Nido habe ich mehr oder weniger im Tauchshop oder auf dem Tauchboot verbracht. Ich wurde sogar einige Male als Tauchguide gebraucht. Ein paar Tage lang hatten wir echt noch Glück mit dem Wetter und konnten schöne, sonnige Stunden auf dem Boot verbringen, auch wenn die See generell etwas rauher war als noch im April. Gegen Ende Juli wurde das Wetter allerdings zusehends schlechter mit kleinen Taifunen und Gewittern und die Bootsausfahrten wurden einige Tage lang von der Küstenwache untersagt. Einen solchen freien Tag habe ich auch genutzt, um mit Windel zum schönen Nacpan Strand zu fahren. Das Wetter ist an solchen Tagen natürlich nicht geeignet zum sonnen oder schwimmen, aber immerhin ist der Strand dann quasi menschenleer. Da mein Visum aber kurz vor Ablauf war und keine Wetterbesserung in Sicht war, bin ich dann Mitte August mit dem Nachtbus nach Puerto Princesa gefahren und von dort über Manila nach Hongkong geflogen.

Thailand – Chiang Mai und Bangkok

Chiang Mai
Nach einer Übernachtung in Huay Xai ging es zusammen mit Anaisse über die thailändisch-laotische Freundschaftsbrücke nach Thailand, wo sich unsere Wege dann trennten, da ich direkt weitergefahren bin nach Chiang Mai. Die Stadt im Norden Thailands wird auch Rose des Nordens genannt und ist die kulturell wichtigste Stadt Nordthailands. Man findet dort eine hübsche Altstadt mit unzähligen Tempeln (insgesamt gibt es ungefähr 200 Tempel in der gesamten Stadt), Massagestudios und guten Restaurants. Am Nachmittag bin ich nur etwas durch die Stadt gelaufen und habe mir die alte Stadtmauer angeschaut. Da ich nur knapp 48 Stunden Zeit in Chiang Mai hatte, habe ich mich am nächsten Tag vor allem auf die Tempel konzentriert und habe einen riesigen Spaziergang durch die Stadt gemacht. Am Ende des Tages war ich platt und völlig übersättigt mit Tempeln. Daher habe ich mir eine Fußmassage bei den blinden Leuten gegönnt. Am nächsten Tag musste ich nachmittags schon wieder am Flughafen sein und habe mich daher entschlossen, den halben Tag noch für einen kleinen Thai-Kochkurs zu nutzen. Der Kurs hat sehr viel Spaß gemacht und ich war total erstaunt,  wie gut meine selbst zubereiteten Gerichte ausgesehen und vor allem geschmeckt haben. Wer einmal in Thailand ist, das thailändische Essen mag und ein bisschen Zeit übrig hat, sollte sich definitiv für einen Kurs entscheiden. Am Abend ging es dann auch schon wieder weiter nach Bangkok.

 

Bangkok
Da ich bereits 2014 und 2015 in Bangkok war, hatte ich die letzten 3 Besuche eher genutzt, um dringend benötigte Sachen einzukaufen (Shampoo, Sonnencreme, T-Shirt, Handyakku, etc.). Dieses Mal war ich allerdings mit Luke und Rob verabredet und bin mit den Beiden ein wenig durch die Stadt gelaufen. Mit Luke war ich auf Geocaching-Tour, zur Fußmassage und auf einen abendlichen Drink in der berühmten Skybar, in der Hangover 2 gedreht wurde. Da Samstag Abend war, haben wir noch versucht,  die Stadt ein wenig unsicher zu machen, was schwieriger war als gedacht. So haben wir uns erst einen Spaß daraus gemacht, zu testen, wen von uns Beiden die Anwerber in Patpong häufiger versuchen in die Pingpong-Shows zu locken. Am Ende wurden es dann ein paar Bier in einer kleinen Kneipe, aber es war insgesamt ein äußerst lustiger Abend. Ich wäre auch gerne noch ein bisschen mit Luke und Rob weitergereist, aber sie mussten leider zurück nach Deutschland fliegen und für mich ging es zurück auf die Philippinen.

Laos – Die Dschungeltour

Tag 1
Am frühen Morgen wurden wir in Luang Prabang von unserem Guide Lee zu unserer 3-tägigen Tour durch den laotischen Dschungel abgeholt. Nach etwa 1.5-stündiger Fahrt ging es mit kleinem Rucksack und Regenponcho bepackt los zu ersten Etappe. Zuest stand eine Flussüberquerung mit einem kleinen, wackeligen Boot an, bei der zum Glück niemand ins Wasser fiel. Allerdings ist Luke auf dem Weg zum Ufer schon das erste Mal auf dem matschigen Boden ausgerutscht und dies sollte nicht der letzte Sturz bleiben. Die ersten 1-2 Stunden des Weges blieben wir von oben größtenteils trocken; allerdings mussten wir im Laufe des Tages mehrfach einen kleinen Fluss durchqueren und so waren Schuhe, Socken und Hosenbeine schnell komplett durchnässt. Am ersten Tag gab es noch ein leckeres Mittagessen,  das Lee aus Luang Prabang mitgebracht hatte. Kurz nach dem Essen setzte dann aber der Regen ein und die billigen Regenponchos waren schnell überfordert. Der Regen verwandelte den lehmigen Boden auch an vielen Stellen in Rutschbahnen und daher gab es am ersten Tag schon einige Stürze bzw. Beihnahe-Stürze. Selbst Lee war hiervon nicht ausgenommen. Trotz dieser widrigen Bedingungen war die erste Etappe dennoch unglaublich schön, da es auf kleinsten Wegen wirklich mitten durch den Dschungel ging. Lee hatte uns erzählt, dass er diese Tour schon 4 Monate nicht mehr gemacht hatte und deshalb eine Machete mitgebracht hatte. Diese war an einigen Stellen auch nötig, da der Weg teilweise überwuchert war und Lee uns den Weg erst freischlagen musste. Es ging außerdem vorbei an schönen Lichtungen, riesigen Bäumen und idyllischen Reisfeldern. Am Ende der Wanderung waren wir allerdings auch sehr froh, unser erstes Dorf zu erreichen und endlich aus den nassen Klamotten und Schuhen herauszukommen. Unser Nachtlager lag in einer kleinen Hütte neben dem Haus des Dorfvorstehers. Die Zeit bis zum Abendessen durften wir mit einer Dorfbesichtigung verbringen. Im Dorf, welches von einem Khamu-Volk bewohnt wird, fühlte man sich mindestens 50-60 Jahre in der Zeit zurückversetzt. Im kleinen Laden gab es eigentlich nichts zu kaufen, Strom gab es natürlich auch nicht und wir konnte die Einheimischen dabei beobachten, wie sie mit ihrer „Kulturtasche“ zum Fluss losgezogen sind, um sich zu waschen, Zähne zu putzen oder  um Wasser zu holen. Luke und ich haben auch versucht,  uns mit ein paar Bewohnern zu verständigen und ihnen Bilder aus Deutschland gezeigt, was Jung und Alt sehr fasziniert hat. Vorm Zubettgehen haben wir noch einen kleinen Schrecken bekommen als wir beim Zähneputzen im Freien die unglaublich zahlreichen Spinnen um unsere Hütte und auch im Plumpsklo entdeckt haben. Dank Moskitonetz wurde es trotzdem noch eine halbwegs erholsame Nacht – zumindest für mich. Andere waren offensichtlich deutlich häufiger wach.

 

Tag 2
Bevor es zur zweiten Etappe los ging, gab es noch ein passables Frühstück im Haus des Dorfvorstehers und wir konnten Schreibstifte, die Rob mitgebracht hatte, an die einheimischen Schulkinder verteilen. Beim Freiluftzähneputzen am Morgen hatte Rob leider missverstanden,  welches Wasser wir denn zum Zähneputzen benuzen sollten und sich daher am Wasser bedient, in dem wenige Minuten vorher noch eine Ente ihr morgendliches Bad genossen hatte. Unsere Kleidung war trotz leichtem Sonnenschein am Morgen immer noch nass als es zur Wanderung los ging. Der zweite Tag war deutlich anstrengender als der erste, da es fast die ganze Zeit über einen recht breiten Weg ging, der ungeschützt in der prallen Sonne lag (wo ist der Regen, wenn man ihn mal braucht??). Außerdem ging es den Großteil des Weges bergauf. Am schlimmsten war jedoch die Tatsache, dass es im letzten Dorf kein Wasser zu kaufen gab und wir somit nur Wasser aus dem Fluss zum trinken hatten, welches Lee morgens abgekocht hatte. Ob es am Flusswasser lag oder am Kochtopf wissen wir nicht, das Wasser war jedenfalls aufgrund von Räuchergeschmack mehr oder weniger ungenießbar und das Zufügen von Rehydrierungspulver mit Fruchtgeschmack hat die Tatsache eher verschlimmert als verbessert. Auch der gekochte Bambus, den es zusammen mit Klebreis zum Mittagessen gab, hatte den gleichen Geschmack wie das Wasser. Luke und ich haben aber unabgesprochen so gut zusammengehalten,  aufeinander gewartet und uns gegenseitig so gut motiviert, dass wir es immer wieder geschafft, halbwegs munter und zügig den nächsten Anstieg hochzulaufen. Am Ende der Wanderung waren wir jedenfalls alle wieder sehr froh, das Dorf zu erreichen und endlich abgepacktes, „gutschmeckendes“ Wasser zu bekommen. Dieses Dorf war etwas größer und hatte einen Teil,  der von Kahmu bewohnt wurde und einen Teil, der von Hmong bewohnt wurde. Am Nachmittag hat Lee uns dann durch’s Dorf geführt und wir haben wieder Stifte gekauft, um sie den Kindern zu schenken. Bei unserer Gastfamilie gab es auch etwas mehr „Luxus“ als am Tag zuvor, was bedeutet, dass das Plumpsklo im Haus lag und es im Garten gab es eine Open-Air-Waschgelegenheit gab. Zum Abendessen gab es eine Suppe mit Klebreis, die wieder genau wie das eklige Wasser schmeckte.  Während Luke, Rick und ich die Suppe tapfer so sehr mit Klebreis und Chili vollgestopft hatten, dass es eigentlich keine Suppe mehr war und eher scharf als komisch schmeckte, hat Rob einen unbeobachteten Moment genutzt und die Suppe aus dem Fenster in den Garten geschüttet. Der restliche Abend verlief mehr oder weniger unspektakulär beim gemütlichen Zusammensitzen im dunklen Zimme, Probekosten von Heuschrecken und beim Üben von Zungenbrechern, denn Strom gab es diesem Dorf natürlich auch nicht. Lediglich Luke’s Barfußlauf in der Ameisenstraße beim Freiluftzähneputzen, Rick’s Panik vor der Spinne an der Treppe und eine riesige Kakerlake im Klo waren in Sachen Begegnungen mit der „Tierwelt“ zu vermerken.

 

Tag 3
Die Tatsache, dass wir Rick die Spinne an der Treppe gezeigt hatten, hatte ihn offensichtlich so sehr gegruselt, dass er uns alle – inklusive sich selbst – am nächsten Morgen gegen halb 5 mit einem erschrockenen Laut aufgrund eines Spinnen-Albtraums geweckt hat. Trotz des erneuten frühen Ende der Nacht, startete der Tag somit gut gelaunt mit allgemeiner Erheiterung. Zu Beginn der Tour hatte Lee Tag 3 angekündigt als den schwierigsten und anstrengendsten Tag, was erstaunlich schien, da der zweite Tag uns schon sehr anstrengend vokam. Jedoch fand ich tatsächlich Tag 3 noch anstrengender, da die erste Teilstrecke wieder stark bergauf ging bei großer Hitze. Später setzte jedoch ausgerechnet dann Regen ein, als es wieder ein Stück auf lehmigem Boden -teilweise steil – bergab und bergauf ging. Es war stellenweise so rutschig, dass ich an manchen Stellen wirklich Bammel hatte und auch weitere kleine Stürze nicht zu vermeiden waren. An einem kleinen Teilstück des Schlammweges wimmelte es von kleinen Blutegeln und wir mussten alle unsere Beine und Schuhe absuchen und mehrere – zum Glück noch nicht angeheftete – Blutegel entfernen. An der höchsten Stelle angekommen, waren Luke und ich – die Rekordhalter in Sachen Stürze und Ausrutschen – dann so froh und überschwänglich, dass wir die Matsche genutzt haben, um uns das Gesicht zu bemalen. Der anschließende Abstieg war zum Glück nicht mehr so schwierig, da es einen richtigen Kiesweg gab. Jedoch war die knallende Sonne sehr anstrengend und der lange, steile Weg bergab war eine echte Qual für mein Knie. Beim Mittagessen während des Abstiegs musste Pechvogel Rick leider feststellen, dass er wohl 3 Blutegel übersehen hatte; wir anderen sind zum Glück bissfrei geblieben. Obwohl die Tour unglaublich schön war, waren wir alle am Ende doch froh, dass uns ein Fischer wieder rüber zur anderen Seite des Flusses gebracht hatte und wir wieder im klimatisierten Minivan sitzen konnten und während der knapp 2-stündigen Rückfahrt ein bisschen entspannen konnten.
Alles in allem bin ich unglaublich froh, dass ich mich entschieden habe diese Tour mitzulaufen,  denn sie hat mir tolle Freunde fürs Leben gebracht und uns einen tieferen Einblick in das Land und das Leben der Menschen erlaubt, als eine Tour durch die Städte oder eine Tagestour bringen kann. Ich war zwar selten so dreckig (ein T-Shirt musste ich trotz Wäsche entsorgen), bin nie so oft in kurzer Zeit hingefallen seit ich Laufen kann und bin selten so an meine Grenzen gekommen, aber dennoch möchte ich die Tour nicht missen, denn sie war definitiv eines der Highlights meiner ganzen Reise.