Samoa

Als letzte Station auf der Südseetour ging es nach Samoa. Der Start war etwas holprig, da wir mitten in der Nacht ankamen und das Mietwagenbüro geschlossen war. Also mussten wir erst einmal ein paar Stunden im kleinen Flughafen warten, da wir kurz vor Abflug schon eine Reservierungsanfrage geschickt hatten. Der Mietwagen, den wir dann für die Fahrt in die Stadt bekamen, hatte zu wenig Reifendruck, aber er wurde glücklicherweise in der Stadt gegen einen sehr guten Wagen ausgetauscht.

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Nächtliche Wartezeit am kleinen Flughafen

Upolu
Mit schickem Mietwagen ausgestattet sind wir erst mal rüber ans andere Ende der Insel gefahren und haben uns auf die Suche nach einer Bleibe für die ersten 2 Nächte gemacht. Die Fahrt durch die Insel war bereits traumhaft schön und ich war total begeistert, wie grün diese Insel ist. Der Verkehr ist auch ziemlich entspannt,  da Samoa deutlich weniger touristisch ist als Fiji.

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Erste Fahrt quer über die Insel

Die Suche nach einer Bleibe hat sich auch mal wieder als ziemlich einfach herausgestellt und so haben wir eine tolle Strandhütte in Saleapaga gefunden. Die tradtionellen Strandhütten – sogenannte Fales – sind ein Traum, da man direkt auf dem Strand schläft und man von der Sonne und mit Blick aufs Meer geweckt wird. Allerdings ist so eine Fale nicht nach jedermanns Geschmack, da es keine Wände gibt und man nur – ganz nach eigenem Geschmack – einfache Palmenrolläden als Wand herunterlassen kann. Zudem ist der einzige Luxus, den eine solche Hütte bietet, eine Matraze und ein Moskitonetz. Das Bad muss man sich wie auf einem Campingplatz teilen. Ich fand die Fales einfach traumhaft, weil es einfach toll ist, die Hütte nach vorne offen zu lassen und vom Bett aus den Strand und das türkisfarbene Wasser zu sehen.

Leider war meine Stimmung kurzfristig etwas getrübt, da ich es geschafft habe, mit einer samoanischen SIM-Karte mein komplettes Handy zu sperren, weil ich vergessen hatte, dass meine Sicherheits-App fremde SIM-Karten nur nach vorheriger Registrierung akzeptiert. Leider waren im Handy sämtliche Daten gespeichert, die ich für die Reise brauche und daher hat dieses Problem zu einem leichten Pulsanstieg geführt.
Gleich am ersten Abend haben wir aber das Traveller-Paar Natalia und Chris getroffen, die in der Nachbarhütte gewohnt haben und uns die nächsten 3 Tage mehr oder weniger begleitet haben. Für Ablenkung von der Handyproblematik war also gesorgt. Als Nachbarn auf der anderen Seite hatten wir eine tolle samoanische Familie auf Osterausflug, die uns alle herzlich zu Bier und Sacks eingeladen haben.  Es ist einfach unglaublich wie gastfreundlich die Südseebewohner sind und so haben wir einen tollen Ostersonntag mit Familienanschluss auf Samoa verbracht.
Von unserer „Basis“ in Saleapaga aus haben wir uns dann am nächsten Tag mit dem Mietwagen aufgemacht, um den südlichen Teil Upolus zu erkunden. Leider war das Wetter sehr wechselhaft,  aber wir haben trozdem sehr viele schöne Orte gesehen wie den berühmten Stand von Lalomanu, den To Sua Ocean Trench und die Papapapaitai Wasserfälle.

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Lalomanu Beach – leider nicht bei Sonnenschein

Der Ocean Trench sieht aus wie ein kleiner See in einem tiefen Loch, er ist aber mit dem Meer verbunden und daher nicht ganz so ungefährlich wegen starker Strömungen durch die Brandung. Es kostet auch einige Anstrengung ans andere (nicht mit dem Meer verbundene) Ende des Sees zu schwimmen und dort aus einem weiteren Loch an die Oberfläche zu schauen, weswegen die Meisten es mit dem Schwimmen gar nicht versuchen und sich gleich an den bereitgestellten Seilen langziehen. Obwohl die Strömungsgefahr nicht zu unterschätzen ist, ist der weitaus abenteuerlichste Teil dennoch der Abstieg mit der Leiter, denn die Leiter ist verdammt hoch und kann auch ganz schön glitschig sein, da der Anti-Rutschbelag nicht mehr der Neueste ist.

Der Rest des Nachmittags war leider etwas verregnet und so haben wir die Wasserfälle und eine weitere schöne Bucht nur im Regen gesehen, was der Schönheit aber keinen Abbruch getan hat. Generell denke ich, man muss den Regen einfach akzeptieren, denn die Insel ist nicht umsonst so wunderschön grün und bunt. Bei den Wasserfällen haben wir dann auch noch eine kleine Lehrstunde in der Herstellung von Kokosmilch und Kokosflocken bekommen. Eine Tätigkeit, die weitaus einfacher aussieht als sie wirklich ist,  wie Chris unter Beweis gestellt hat.

Am nächsten Morgen war eine frühe Abfahrt in Richtung Hafen und Weiterfahrt zur Insel Savai’i geplant,  die aber etwas nach hinten verschoben werden musste,  da es so stark geregnet hat, dass es unmöglich war, das Auto zu beladen ohne sämtliches Gepäck völlig zu durchnässen. Das ist auch wiederum der einzige Nachteil der Fales, denn egal welches Wetter ist, man muss raus, wenn man ins Bad will. Das Bad war zwar nicht weit entfernt (nur über die Strase rüber), aber der Regen war so stark, dass ich es nicht mal 5 Meter geschafft habe ohne komplett nass zu werden.  Mit etwas Verspätung ging es dann zurück Richtung Stadt, wo wir leider eine weitere Verzögerung hinnehmen mussten,  weil sich der Mietwagen spontan überlegt hat seltsame Geräusche zu machen und daher ausgetauscht wurde. Letztendlich haben wir es aber doch noch geschafft,  einen Platz auf der Mittagsfähre zu erwischen und nach Savai’i überzusetzen.

Savai’i
Auf Savai’i angekommen waren wir alle sehr begeistert von den wunderschönen Buchten und der traumhaften Wasserfarbe.

Die Suche nach einer Unterkunft war wieder äußerst leicht und wir haben eine schöne Strandfale im Osten der Insel gefunden.

Am nächsten Tag haben wir uns aufgemacht die Insel zu erkunden und sind so einmal komplett um die Insel rumgefahren. Zu sehen gibt es wunderschöne Landschaften, hübsche Dörfer und einige Naturbesonderheiten, die durch Vulkanausbrüche enstanden sind. So gibt es die Saleaula Lava-Felder, die von einem Vulkanausabruch vor knapp 100 Jahren (1905) zeugen. Durch den Vulkan wurde auch eine Kirche zerstört,  deren Grundmauern nun mitten in den erkalteten Lava stehen.

Außerdem gibt es im Südwesten die Blow-Holes. Diese sind Löcher im Vulkangestein an der Küste,  durch die die Brandung bei eintreffenden Wellen hochspritzt. Ein alter Mann hat uns gezeigt wie hoch Kokosnussschalen im hochschießenden Wasser spritzen. Auch 2 schöne Wasserfälle haben wir uns angesehen,  bevor wir wieder zurück zur gleichen  Unterkunft gefahren sind, weil wir einfach keine vergleichbar schöne Bleibe auf der Westseite der Insel gesehen haben.

Den letzten Abend auf Samoa haben wir gemeinsam mit Natalia und Chris mit Bier und Phase 10 verbracht.

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Ein sehr lustiger Abend

Upolu
Am nächsten Morgen ging es dann wieder mit der Fähre zurück nach Upolu,  wo wir bis zum Abflug am Abend nochmal um den westlichen Teil der Insel gefahren sind. Dieser Teil der Insel ist nur wenig erschlossen und die Straße in großen Teilen nicht asphaltiert; dafür kann man wunderschöne Landschaften und ursprüngliche Dörfer bewundern.

Zum Abschluss ging es dann nochmal zu einer schönen Bucht, um ein letztes Südseebad zu nehmen und den Rucksack für die lange Weiterreise auf die Philippinen zu packen.
Alles in allem ist Samoa zu meiner neuen Lieblingsinsel in der Südsee geworden und ich hoffe, ich kann nochmal dorthin zurückkehren.

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