Bali und die Gili-Inseln

Nusa Dua
Nach dem üblichen Zwischenstop in Bangkok war mein nächstes Ziel Bali. Da ich mich vorher spontan mit meiner lieben Friseurin Jenny verabredet habe, die mit ihrem Freund Thomas ein paar Tage Urlaub auf Bali gebucht hatte,  lautete mein erstes Ziel Nusa Dua. Die Stadt liegt ganz im Süden auf einer kleinen Halbinsel und ist sehr touristisch mit vielen schicken Resorts. Meine Unterkunft war jedoch ein Homestay 6 km außerhalb der Stadt,  was mich zuerst etwas abgeschreckt hat, da sie wirklich mitten im Nirgendwo lag und man ohne Roller nirgends hin kam. Selbst das nächste kleine Restaurant lag ca. 2 km durch Niemandsland und über einen nicht befestigten, mit Löchern und Steinen übersäten Weg entfernt. Wenn man sich allerdings daran gewöhnt hatte, war es sehr entspannt und ruhig so weit vom Trubel entfernt zu sein. Am ersten Tag bin ich noch alleine um die Insel gedüst und habe mir einen Tempel und einen Strand angeschaut. Abends habe ich aber schon ein sehr nettes Pärchen aus Deutschland (Alina und Martin) in meinem Homestay getroffen,  mit denen zusammen ich die folgenden Tage Ausflüge zum Pandawa Strand gemacht habe und die mir auch beim Essen in der Stadt Gesellschaft geleistet haben. Mit Jenny und Thomas habe ich einen Ausflug zum Tempel in Ulu Watu gemacht, einer wirklich schönen Tempelanlage hoch auf den Klippen. Leider sind wir dabei auch in eine der balinesischen Polizeikontrollen geraten und konnten zwar die Strafe für Fahren ohne internationalen Führerschein deutlich vom ursprünglich angesagten Preis runterhandeln, mussten aber immer noch zu viel zahlen. Ein wirklich komisches Gefühl mit Polizisten über die Höhe der Strafe zu feilschen, aber Bali ist bekannt für Polizeikontrollen an Touristen mit völlig überteuerten Strafen. In Ulu Watu wimmelt es von Affen und man muss sich in Acht nehmen, denn diese haben keine Scheu vor Menschen und klauen gerne alles, was nicht irgendwo befestigt oder festgehalten wird. Wir haben auch Affen gesehen, die sich über ergatterte Sonnenbrillen gefreut haben. Zum Abschluss in Nusa Dua habe ich noch einen Haarschnitt von Jenny bekommen und wir haben ein paar schöne Bilder am Strand gemacht.

Ubud
Zusammen mit Florian aus Berlin, der auch im gleichen Homestay in Nusa Dua gewohnt hat, ging es nach 5 Tagen in Nusa Dua weiter nach Ubud. Dort hatte ich erst eine nette kleine Unterkunft in einem Homestay mitten in der Stadt. Ubud ist ein nettes kleines Städtchen voller gemütliche Restaurants, leckerem Essen und mit einem kleinen Markt. Jedes Haus hat seinen eigenen kleinen Tempel und so fühlt man sich selbst am Eingang zur Unterkunft als würde man einen öffentlichen Tempel betreten. Opfergaben sind allgegenwärtig und ständig sieht man Einheimische beim Opfern in ihren Tempeln oder auf der Straße. Man muss auch sehr aufpassen, auf der Straße nicht unbeabsichtigt auf eine der Opfergaben zu treten. Ubud ist ideal als Ausgangspunkt für Touren zu diversen Tempeln und zu den berühmten Reisterrassen von Tegalalang. Florian und ich hatten uns jeweils einen Roller gemietet und sind damit 2 Tage lang zusammen herumgefahren. Als Ziel hatten wir den Tempel von Tanah Lot, diverse Tempel nördlich von Ubud und die Reisterrassen. Letztere eignen sich wunderbar für einen schönen Spaziergang und wenn man einfach ein paar Meter weiter geht als die meisten Touristen ist es herrlich ruhig in den Reisfeldern. In Ubud gibt es auch einen Affenwald, einen kleinen Naturpark mit Tempel, der – wie der Name besagt – voller Affen ist. Einer meiner Höhepunkte auf der Bali Tour war der nächtliche Aufstieg zum Vulkan Batur. Nachts gegen 2 Uhr wurde man abgeholt und etwa 1.5 Stunden zum Startpunkt gefahren. Von dort aus ging es dann mit Taschenlampe ausgestattet ungefähr 2 Stunden in einer Art kleiner Völkerwanderung hinauf zum Gipfel. Bergauf war der Weg mit vulkanischem Geröll recht gut zu meistern,  erst beim Abstieg sind mehrere Leute ausgerutscht. Ich hatte mal wieder viel Glück mit meiner Sitznachbarin im Minivan  (Christina aus Kanada) und hatte daher einen sehr kurzweiligen Auf- und Abstieg. Oben angekommen war es leider zuerst komplett bewölkt (und sehr kalt) und wir dachten schon, der Aufstieg sei umsonst gewesen, aber pünktlich zum Sonnenaufgang haben sich die Wolken verzogen und wir hatten einen traumhaft schönen Ausblick.
Da ich mein Zimmer immer nur tageweise verlängert habe und länger in Ubud geblieben bin als eigentlich geplant,  musste ich mir für Tag 5 und 6 eine neue Bleibe suchen, da meine Unterkunft bereits ausgebucht war. Zuerst etwas ärgerlich hat es sich doch als großen Glücksfall erwiesen, denn ich bin in einen tollen Bungalow in den Ubud umgebenden Reisfeldern gezogen. Ansonsten habe ich mich noch ein wenig den Klischees Ubud’s hingegeben, bin durch die Reisfelder gewandert, habe mich in einem tollen Spa verwöhnen lassen und habe mit meiner französischen Bekanntschaft Lorraine Yoga-Unterricht genommen.

Lovina
Auch wenn es recht schwer ist, nicht in Ubud hängen zu bleiben,  bin ich nach 6 Tagen nach Lovina weitergefahren. Lovina liegt an der Nordküste und ist bekannt für seine Delphintouren. Ich fand Lovina etwas trostlos und heruntergekommen. Meine Unterkunft hatte auch schon ihre besten Tage hinter sich und da sie etwas abseits lag, nicht gerade sauber und gepflegt war und ich der einzige Gast war, hatte sie etwas gespenstisches. Die Stadt selbst hatte auch nicht wirklich viel zu bieten und so war ich heilfroh, Elodie (eine französische Mitfahrerin aus dem Bus) wiederzutreffen und so immerhin einen kurzweiligen Tag zu zweit am Strand,  in Cafés und in einer Bar mit Schaukeln statt Stühlen zu verbringen. Da es so wenig zu tun gibt, hatten wir uns spontan entschlossen, für den nächsten Tag doch eine Delphintour zu buchen, obwohl ich dies eigentlich nicht tun wollte.  Es ist zwar immer wieder schön, Delphine zu sehen und es ist auch gut, dass die lokalen Fischer mehr Geld mit Touristen machen können, indem sie die Delphine am Leben lassen und nicht fangen, aber es waren einfach viel zu viele Boote im Wasser und viele Bootsführer jagten den Delphinen regelrecht hinterher. Nach 2 Nächten in Lovina hatte ich aber genug von der Stadt und habe mich gefreut, weiter nach Osten zu ziehen, um dort meinen Onkel Uli und meine Tante Martina zu treffen.

Tejakula/Gretek
Die erste Nacht habe ich in der wunderschönen Villa Selina mit unglaublich netten Besitzern verbracht. Die Unterkunft lag direkt am Meer und etwas abseits vom der Stadt und der Hauptstraße. Das war jedoch nicht weiter schlimm, da ich sowieso einen Roller gebraucht habe, denn in der Gegend ist wenig los und es gibt nur wenige, eher schicke Resorts. Danach habe ich für 4 Nächte im selben Resort übernachtet wie Uli und Martina. Ich habe mich sehr gefreut die Beiden zu treffen und ich denke sie waren auch ganz froh, denn Martina hat einen mehrtägigen Tauchkurs gemacht und war an diesen Tagen ganztägig beschäftigt. Uli und ich haben in dieser Zeit die Gegend mit dem Roller unsicher gemacht und dabei mehrere Tempel und einen Wasserfall angeschaut. Es war sehr interessant, ein bisschen in die Kultur einzutauchen, denn in einem der Tempel mussten wir erst Wasser fragwürdiger Quelle trinken, uns Wasser über den Kopf schütten und uns Reis auf die Stirn kleben, bevor wir den Tempel besichtigen durften. Natürlich war überall das Tragen eines Sarongs Pflicht. Einen Tag lang haben wir auch eine Tour mit Fahrer gemacht  (Klunkung Tour) und so den Ostteil der Insel erkundet. Als Martina ihren Tauchkurs beendet hatte, ging es zusammen auf eine Tour durch Zentralbali mit Besichtigung des berühmten Tempels Ulun Danu Bratan, des Gitgit-Wasserfalls und einem Bad in heißen Quellen. Somit habe ich in dieser Zeit wirklich sehr viel von der Insel gesehen und auch beim abendlichen Bier am/im Pool hatten wir viel Spaß.

Gili-Inseln
Nach ein paar schönen Tagen mit Familie war es dann aber wieder an der Zeit weiterzuziehen und so habe ich mich aufgemacht,  die Gili-Inseln östlich von Bali zu erkunden.
Mein erster Stop war auf Gili Trawangan. Eigentlich ist diese Insel für meinen Geschmack viel zu voll von partywütigen, jungen Touristen, aber da ich von dort aus tauchen war, habe ich es 2 Tage ausgehalten. Auf den Gilis gibt es keine Autos und so bewegen sich die meisten Touristen mit dem Fahrrad fort oder nehmen eine der unzähligen Pferdewagen. Da die kleinen Pferde allerdings teilweise echt erbärmlich aussehen und bei großer Hitze wirklich schwer schleppen müssen, habe ich mich für die Fahrradvariante entschieden. Am ersten Abend habe ich mir den schönen Sonnenuntergang an der Westküste mit ein paar Südamerikanerinnen aus meiner Unterkunft angeschaut und mich danach noch mit der Holländerin Carlijn verabredet, die ich im Bus nach Lovina kennengelernt hatte. Am 2. Tag ging es dann zum Tauchen zum Shark Point, an dem wir tatsächlich das Glück hatten einen Weißspitzenriffhai zu entdecken, allerdings ein recht kleiner. Zweiter Tauchplatz war Turtle Heaven und auch dieser Platz hat seinem Namen alle Ehre gemacht mit teilweise wirklich großen Schildkröten. Da man beim Tauchen immer nette Menschen trifft, bin ich doch tatsächlich abends noch mit ein paar Leuten zum Tanzen gegangen, wie es sich auf Gili T gehört.
Positiv hervorzuheben auf Gili T ist auch der nette Nachtmarkt mit köstlichem und günstigem Essen. Nach 2 Tagen war es aber an der Zeit, dem Tumult zu entrinnen und so bin ich weitergezogen auf die nächste der 3 Gili Inseln.
Gili Meno ist die kleinste und ruhigste der Inseln. Meine Unterkunft war eine kleiner gemütlicher Bungalow mitten in der Natur. Da Gili Meno wirklich klein ist, ist es nirgendwo hin wirklich weit und man kann auch zu Fuß die Insel in 1.5 – 2 Stunden umrunden. Ich war einen Tag lang mit dem Fahrrad unterwegs und bin auch noch einmal zu Fuß halb um die Insel gelaufen. Zu sehen gibt es einen Salzsee im Inselinneren, eine Schildkrötenrettungsstation und schöne Strände, die zum Entspannen einladen. Auch Carlijn habe ich wieder getroffen und so war es abends auch auf der ruhigen Insel kurzweilig. Nach 2 Tagen wollte ich eigentlich weiterziehen nach Gili Air, aber mir hatten mehrere Leute auf meiner Reise erzählt, dass es eine große Wahrscheinlichkeit gibt, auf Nusa Lembongan (einer Insel im Südwesten von Bali) Mantarochen zu sehen. Daher habe ich mich spontan umentschieden und es einen Versuch wert sein lassen, da diese schönen Tiere schon lange auf meiner Wunschliste standen.

Nusa Lembongan
Als letzte Station der Indonesientour ging es also für 3 Tage nach Nusa Lembongan. Die Insel ist recht klein und mit dem Roller gut zu erkunden. Mit meiner Homestay-Nachbarin Nellie aus Holland bin ich mit dem Roller zu Mangrovenwäldern gefahren, zu einem schönen Strand im Süden und über eine Brücke zur kleinen Nachbarinsel Nusa Ceningan gefahren. Die Brücke ist so schmal, dass sie nur zu Fuß oder mit Fahrrad/Roller überquert werden kann. Hauptfokus auf der Insel lag jedoch auf dem Tauchausflug. Zuerst ging es zur ‚Crystal Bay‘, die in der Tiefe etwas anspruchsvoller zu betauchen ist, denn es gibt sogenannte ‚downcurrents‘, also gefährliche Strömungen, die in die Tiefe ziehen. Beim Briefing war es schon etwas komisch zu hören, dass man immer vorbereitet sein soll, etwas zu greifen und sich so am Riff festzuhalten. Man hat die Strömungen auch etwas gespürt, aber zum Glück nicht stark und das Riff war wirklich schön mit Sichtung eines Otkopus. Danach ging es weiter zum Tauchplatz vor Nusa Penida, an dem man die Chance hat Mantas zu sehen, da sich dort eine Putzerstation befindet. Ich hatte Glück und habe eine Tauchschule gefunden, die den ‚Manta Point‘ an diesem Tag auch angefahren hat, obwohl die See – sagen wir mal – etwas unruhig war. Mein Sitznachbar auf dem Boot fand die Fahrt recht beunruhigend; ich fand sie eigentlich ganz lustig, ich musste mich nur irgendwann hinstellen, denn das ständige Aufknallen auf dem Wasser von hohen Wellen aus ging doch etwas in den Rücken und mit den Knien war der Aufprall deutlich besser abzufedern. Nach dem Abtauchen hatten wir recht schnell Glück und zwei große Mantarochen sind direkt über uns vorbei geschwebt. Insgesamt haben wir die beiden Mantas fünfmal gesehen und man hatte den Eindruck, es hat ihnen Spaß gemacht sich zu präsentieren und über und zwischen den Tauchern durchzugleiten. Einfach unglaublich schön anzusehen. Leider kann ich davon keine Bilder zeigen, da ich keine eigene Unterwasserkamera habe. Es wird mir trotzdem ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Nach insgesamt 25 Tagen in Indonesien ging es dann am nächsten Tag  zurück zum Flughafen und von dort abends erst mal wieder nach Bangkok.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir Bali insgesamt, vor allem aber die Gegend um Ubud, wirklich sehr gut gefallen hat. Für Strandurlaube gibt es zwar bessere Orte, aber Bali bietet eine schöne Mischung zwischen Wassersport und sehr interessanter Kultur. Wer noch an einem schönen Strand entspannen will, sollte definitiv einen Abstecher auf die Gilis machen.

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