Laos

Vientiane
Nach einem eintägigen Zwischenstop in Bangkok ging es mit dem nächsten Flieger nach Vientiane, der laotischen Hauptstadt. Ich kam leider völlig übermüdet an, da mir in der Nacht zuvor ein paar sehr laute und vor allem langatmige Kartenspieler in der benachbarten Bar den Schlaf geraubt haben.
Die Anreise verlief dann ohne weitere Zwischenfälle,  auch wenn es Angenehmeres gibt, als in der Rush Hour vollbepackt in der völlig überfüllten Bangkoker Bahn zu stehen. Im Hotel angekommen ist mir dann etwas passiert, was mir so noch nicht passiert ist. Nach erfolgreichem Einchecken habe ich mich schon total gefreut, mal 30 Minuten die Beine hochzulegen, als ich mich gefragt habe, warum die Puzfrau nach dem Reinigen wohl das ‚Please do not disturb‘ Schild hat hängen lassen. Die Antwort kam prompt: Mein Vorgänger hatte späteren Check-out vereinbart und war noch gar nicht ausgezogen. Somit stand ich in einem benutzten Zimmer mit fremden Sachen. Da sich das noch ein wenig hinziehen konnte, bin ich dann ohne Verschnaufpause und in viel zu warmen Klamotten vom Flug auf meine Besichtigungstour aufgebrochen.
Die Sehenswürdigkeiten der Stadt halten sich in Grenzen und so habe ich alles innerhalb von 3 Stunden auf ca. 10 km abgelaufen.  Es gibt 2 Tempel zu besichtigen, das Siegesmonument, das eine Nachahmung des Arc de Triomphe werden sollte und von dem aus man über die Stadt blicken kann, sowie That Luang, Laos‘ wichtigstes nationales Monument.
Abends bin ich dann noch am Mekong und dem dortigen Nachtmarkt entlang spaziert und habe mich an einem Garküchenstand am Mekong lecker bekochen lassen. Der Markt befindet sich in einem großen Park, in dem viele gut gelaunte Menschen zusammen sitzen, Badminton spielen oder sonstigen Sport machen. Somit war es ein sehr entspannter Ausklang des Abends mit einem positiven Fazit des Tages: Vientiane ist sicher keine wirklich schöne Stadt,  aber sehr friedlich und voller freundlicher, fröhlicher Menschen und daher eine sehr sympathische Stadt. Mehr als einen Tag muss man dennoch nicht bleiben.

 

Vang Vieng
Am nächsten Morgen bin nächsten Morgen bin ich mit dem Bus weitergefahren nach Vang Vieng. Beim Einsteigen in den Bus habe ich eine der besten Entscheidungen der Reise getroffen und mich neben Rick aus London gesetzt. Wenig später kam noch Rob dazu, der sich auf einen Klappsitz im Mittelgang setzen musste und den Platz neben mir auswählte. Rob ist gebürtiger Schotte, der seit 20 Jahren in Deutschland lebt und mit seinem Sohn Luke unterwegs war. Wir haben angefangen uns zu unterhalten und uns so gut verstanden, dass wir uns abends zum Essen wieder verabredeten. Auch Caro und Felix, ein Pärchen aus Deutschland, hat sich der munteren Truppe angeschlossen und so haben wir die Tage in Vang Vieng größtenteils zusammen verbracht. Rick hat sich mir sogar bei der Unterkunftssuche angeschlossen und wurde somit mein Nachbar. Mein Bungalow war sehr einfach, es gab zwar einen Wasserhahn und einen kleinen Duschkopf, aber kein Waschbecken. Dafür war er preislich unschlagbar. Wo kriegt man noch einen ganzen Bungalow mit Terrasse direkt am Fluss für 5.50 Euro die Nacht? Unerfreulich war nur meine nächtliche Begnung mit einer großen Spinne in meinem Bungalow, die nach meiner Rückkehr aus dem Bad plötzlich spurlos verschwunden war und die – wie sich 2 Tage später bei der Weiterreise herausgestellt hat – Eier auf die Schutzhülle meines Rucksacks abgelegt hatte. Am ersten Abend im Restaurant hatten wir jedoch noch ein sehr schönes Erlebnis: Rick hatte mir erzählt, dass es sein Geburtstag war, was ich den Anderen beim Essen erzählte. Nach dem Essen rief die Besitzerin des kleinen Restaurants dann Caro und mich nach hinten, weil sie einen kleinen Geburtstagskuchen für Rick besorgt hatte. Eine unglaublich nette Geste, die man so nicht überall erlebt.
Am nächsten Tag haben wir alle zusammen einen Ausflug zu einer Höhle bei einer Lagune gemacht.  Die Höhle war wirklich groß und man konnte weit ins Dunkel hinein laufen. Die zahlreichen Spinnen hatten Luke und Felix zum Glück erst auf dem Rückweg entdeckt, als der Rest von uns schon weiter vor war. Das anschließende Bad in der Lagune musste leider im Regen stattfinden, war aber sehr erfrischend und auch recht rasant aufgrund der Strömung. Vang Vieng war vor wenigen Jahren weltbekannt, da sich viele junge Reisende im Drogenrausch auf Reifen den Fluss hinunter treiben ließen, was mehrere von ihnen nicht überlebt haben. Vor ein paar Jahren wurde die Partyszene jedoch mehr oder weniger verbannt und der Ort ist seither eher ein Outdoorparadies. Vang Vieng ist wirklich recht gemütlich und vor allem traumhaft gelegen an einem Fluss und vor einer Kulisse von Karstfelsen.
An unserem zweiten Tag habe ich mit Rick eine Rollertour ins Hinterland gemacht, um weitere Höhlen zu erkunden. Wie wir allerdings feststellen mussten, sind sonntags offensichtlich alle Höhlen geschlossen und so blieb die anstrengende und lange Fahrt über rutschige und steinige Wege leider erfolglos. Luke und Rob saßen zu dem Zeitpunkt schon in Minivan zum nächsten Ziel, Luang Prabang. Die Beiden hatten bereits von Deutschland aus eine 3-tägige Dschungel-Trekkingtour ab Luang Prabang gebucht und erst Rick und dann mich überzeugt, uns ihnen anzuschließen.  Daher sind wir dann am nächsten Tag ebensfalls mit dem Bus aufgebrochen nach Luang Prabang.

 

Luang Prabang
Der Weg von Vang Vieng nach Luang Prabang führt durch sehr schöne Landschaften und man sollte sich daher defintiv dafür entscheiden, die Reise bei Tag zu machen. Luang Prabang ist ein äußert gemütliches Städtchen am Mekong, in dem es sich gut ein paar Tage aushalten lässt. Den Tag vor Aufbruch zur Dschungeltour habe ich mit Luke und Rob bei einer Bootsfahrt auf dem Mekong verbracht  und wir haben noch einmal das leckere Essen genossen bevor die anstrengende Tou anstand. Am nächsten Tag ging es dann früh morgens los zur Dschungeltour. Über die Tour selbst werde ich in einem separaten Beitrag berichten, hier nur kurz: es war super anstrengend, teilweise echt herausfordernd aufgrund des Wettes, der Wegbedingungen und der Entbehrungen bezüglich Trinkwasser und Nahrung. Dennoch war es eines der tollsten Erlebnisse der Reise.
Nach Rückkehr von der Tour haben wir uns erst mal eine Massage gegönnt und am nächsten Tag noch einen Ausflug zum schönen Kuang-Si-Wasserfall gemacht. Außerdem habe ich mir mit Luke noch das königliche Palastmuseum, und das Kloster Wat Xieng Thong angeschaut und wir haben den kleinen Berg Phu Si bestiegen, um die Aussicht über Luang Prabang zu genießen und den dortigen Tempel sowie den Fußabdruck Bhuddas zu besichtigen. Zusammen mit Caro und Felix haben wir dann einen schönen letzten gemeinsamen Abend bei leckerem Essen am Mekong verbracht.
Am nächsten Tag haben sich unsere Wege dann leider getrennt, aber ich konnte mich zumindest auf ein Wiedersehen mit Luke und Rob in Bangkok freuen.

 

Mekong-Tour
Wenn man Laos auf dem Landweg verlassen will, hat man mehrere Möglichkeiten inklusive Bus, Zug oder Boot. Ich habe mich für die langsame Variante entschieden und bin 2 Tage mit dem Boot über den Mekong in Richtung Thailand geschippert. Die Fahrt zieht sich wirklich in die Länge, da man an beiden Tagen jeweils circa 8-9 Stunden den Mekong hinauffährt. Die umgebende Landschaft ist zwar sehr schön, aber nach ein paar Stunden hat man sich mehr oder weniger satt gesehen. Ich hatte aber mal wieder Glück und habe mir die Sitzgrupe mit Anaisse aus Frankreich und Andrea aus Mexiko geteilt. Andrea war mit ihren lustigen Mama Lola unterwegs und somit hatte ich wenigstens nette Gesellschaft zum Zeitvertreiben. Zwischen den beiden Fahrten muss man eine Nacht in Pak Beng übernachten, wo diverse Unterkunftsbesitzer schon am Boostanleger warten, die einen mit kostenlosem Shuttleservice in ihre Unterkunft locken wollen. Wir sind zu viert erstmal zu einer wirklich furchtbaren Unterkunft gefahren, haben dann aber noch eine annehmbare Unterkunft gefunden. Anaisse und ich haben uns ein Zimmer geteilt und haben den Abend dann noch mit einem Beer Lao und Ausblick über den Mekong ausklingen lassen. Bevor man dann die Grenze zu Thailand überquert muss man noch eine weitere Nacht in Huay Xai übernachten. Dort habe ich mir wieder ein Zimmer mit Anaisse geteilt und gemeinsam haben wir versucht eine Lösung dafür zu finden, dass wir nicht wussten, wo unser jeweils bereits vorgebuchter Minivan nach Thailand uns am nächsten Tag abholen würde. Irgendwie wollte uns kein Hostel und keine Buchungsagentur weiterhelfen, offensichtlich da wir nicht bei ihnen gebucht hatten. Am Ende hat uns eine ältere Dame weitergeholfen unter der Voraussetzung, dass wir bei ihr essen.
Das Gesamtfazit am Ende der 2-wöchigen Reise durch Laos war sehr positiv. Landschaftlich ist das Land traumhaft schön, die Menschen sind generell sehr freundlich, es gibt leckeres Essen und die Preise sind sehr günstig. Einzig das Fehlen einer Küste ist ein kleines Manko,  wenn man das Meer so liebt wie ich. Wenn möglich, möchte ich sehr gerne nochmal nach Laos reisen, um mir den Rest des Landes anzuschauen.

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