Sambia
Unser nächstes Ziel war Livingstone, eine Stadt in Sambia, die direkt an den Victoriafällen liegt. Wer in Sambia einreisen will, braucht vor allem eines: Zeit. Obwohl wir ziemlich vorne in der Schlange standen, mussten wir über eine halbe Stunde an der Einreise warten, denn für jede Person muss handschriftlich ein Visum ausgefüllt werden und es werden jedem Einreisenden diverse Fragen gestellt, so dass die Prozedur pro Person gute 5 Minuten dauert. Dank unseres mitgebrachten Zeltes konnten wir auf dem Campingplatz einer sehr schönen – aber ohne Zelt viel zu teuren – Lodge direkt am Fluss Sambesi übernachten. Vor Ort mussten wir allerdings schnell feststellen, dass die Victoriafälle offensichtlich generell eher auf besser zahlendes Klientel ausgelegt sind, denn keine der angebotenen Aktivitäten hat sich mit meinem Budget vereinbaren lassen. Alleine schon der Eintritt in den Nationalpark, in dem man Aussicht auf die Victoriafälle hat, schlägt mit 20 USD zu Buche. Verdammt viel Geld für ein paar Wanderwege mit Aussicht… Aber man fährt ja schließlich dort hin, um die Fälle zu sehen und daher sind wir trotz des überteuerten Eintritts frohen Mutes in Richtung Aussichtspunkte marschiert. Im Park haben wir dann aber etwas irritiert festgestellt, dass von Sambia Seite aus fast kein Wasser in den Fällen zu sehen war, da der Fluss so wenig Wasser führte. Dass im September Trockenzeit ist war klar, aber dass so wenig Wasser da sein würde, war uns nicht bewusst und auf die Hauptfälle, die ganzjährig Wasser führen, kann man von Sambia aus keine Aussicht. Nichts desto trotz sind wir durch den gesamten Park gewandert und haben versucht uns dabei nichts von den zahlreich umherlaufenden Affen klauen zu lassen. Leider kann man sich außerhalb der Lodges und außerhalb der Stadt nicht alleine zu Fuß fortbewegen, denn die Gegend ist anscheinen bekannt für Überfälle. Da es ohne Aktivitäten also schnell langweilig wird, sind wir nach 2 Nächten weiter gezogen nach Simbabwe. Der Fußweg zwischen den beiden Grenzstationen ist recht weit und geht über die schön gelegene Victoria Falls Brücke, von der aus sich Waghalsige mit dem Bungee-Seil in die Tiefe stürzen können. Für uns ging es jedoch direkt in die Stadt auf der anderen Seite des Flusses, nach Victoria Falls.
Wo ist das Wasser???
Auf dem Weg zum Boiling Pot mit Blick auf die Victoria Falls Brücke
Süß, aber teilweise auch ganz schön lästig
Simbabwe
Victoria Falls
In Victoria Falls ging es wieder auf einen Campingplatz, der sehr nahe an den Fällen gelegen ist und uns auch dadurch gut gefallen hat, dass er direkt in der Stadt liegt und man sich wieder frei bewegen konnte. Am nächsten Tag haben wir dann wieder in sauren Apfel beißen müssen, denn der Nationalpark auf Simbabwe Seite ist – vermutlich aufgrund der besseren Sicht – mit 30 USD sogar noch teurer als der Nationalpark in Sambia. Jedoch haben die unzähligen schönen Ausblicke auf die Victoriafälle die Kosten schnell vergessen lassen. Sollte ich es jedoch jemals wieder an die Victoriafälle schaffen, werde ich auf jeden Fall direkt nach der Regenzeit einplanen, denn dann müssen die Wassermassen noch beeindruckender sein. Um die unglaublich tollen Sonnenuntergänge noch mal direkt auf dem Wasser zu genießen, haben wir uns auch eine Fluss-Kreuzfahrt in den Sonnenuntergang gegönnt. Neben der glühend roten Sonne beeindruckt eine solche Tour auch durch zahlreiche Flusspferde im Wasser und Elefanten am Ufer. Eine der Hauptattraktionen Afrikas liegt ebenfalls an den Victoriafällen: der Devil’s Pool. Dieser natürliche Pool liegt direkt an der Kante der Fälle und ist nur in den trockenen Monaten zugänglich. Nachdem ich vor ein paar Jahren einen Bericht darüber gesehen hatte, war ich eigentlich der Überzeugung, dass das zu viel Nervenkitzel für mich ist, denn der nur wenige Meter neben dem Eingang in den Pool fließt das Wasser in einer starken Geschwindigkeit in Richtung der Kante und die 100m hinab in die Tiefe. Da wir aber vor Ort von der anderen Seite aus gesehen hatten, dass man offensichtlich kein unkalkulierbares Risiko eingeht, hatte Nico sich spontan entschieden mir den Ausflug in den Pool nachträglich zum Geburtstag zu schenken und hat mich erst am Abend vorher über die Buchung der Tour informiert. Am nächsten Morgen ging es dann ganz früh mit weichen Knien zurück nach Sambia, von wo aus man über die ausgetrockneten Teile des Flussbettes des Sambesi nah der Kante in Richtung Hauptfälle wandert. Kurz vor dem Pool muss man dann bis auf Badebekleidung alles zurücklassen und durch ein Stück des Flusses schwimmen. Obwohl die Strömung an dieser Stelle nicht besonders stark ist, muss man jedoch zügig vorwärts schwimmen und das komische Gefühl überwinden, das die nahe Klippe und die 2 Notfall-Auffangseile hervorrufen. Der eigentlich Einstieg in den Pool ist dann jedoch erstaunlich einfach, denn wenn man sich vom Felsen vor dem Pool einfach nur mit der Strömung Richtung Kante treiben lässt, kann eigentlich nichts schief gehen. Es ist schon ein unglaubliches Gefühl auf die Kante zuzutreiben, kurz vorher von der Felskante aufgehalten zu werden und das Wasser dann aus nächster Nähe beim Hinabstürzen beobachten zu können. Näher kann man den Victoriafällen wirklich nicht kommen.
Die Hauptfälle – es gibt also doch Wasser in der Trockenzeit
Blick auf Sambia
Flusspferd auf der Kreuzfahrt
Im Devil’s Pool
Ausblick aus dem Devil’s Pool
Hwange Nationalpark
Um das Visum, das wir nach der Rückkehr vom Devil’s Pool erneut kaufen mussten, noch ein bisschen auszunutzen, haben wir uns ein Busticket gekauft und sind weitergefahren zum Hwange Nationalpark. Auch dort haben wir uns wieder fürs Zelten entschieden und sind auf einem extrem trockenen,sandigen und von Dornen wimmelnden Campingplatz gelandet. Generell haben wir uns dort leider nicht sehr wohl gefühlt, denn wir hatten das Gefühl, dass wir aufgrund unseres geringen Budgets nicht wirklich zu den Lieblingsgästen gezählt haben und die Angestellten nicht wirklich Interesse an uns hatten. Wir wollten eigentlich eine ganztägige Safariausfahrt machen, aber die Dame an der Rezeption hatte offensichtlich kein großes Interesse uns einen Fahrer zu organisieren und so konnten wir nur direkt am ersten Abend eine Abendausfahrt machen und haben uns den gesamten zweiten Tag zu Tode gelangweilt. Den Park auf eigene Faust zu durchwandern ging leider auch nicht, denn in diesem Park gibt es die „Big 5“ und direkt in der Gegend ums Camp soll es Löwen geben. Auch wenn die Abendausfahrt nicht so spannend und tierreich war wie unsere Ausfahrten im Jahr zuvor in Südafrika, haben wir doch ein paar Tiere wie Elefanten, Paviane, Zebras, Gnus, Krokodile, Flusspferde, Antilopen, Schakale und Giraffen entdeckt. Jedoch waren wir auch sehr froh, dass es 2 Tage später wieder einen Bus zur Weiterfahrt gab.
Elefantenfamilie am Wasserloch
Irgendetwas hat ihn leicht aufgeregt
Rufender Schakal
Einfach schön anzuschauen
Tolle Bäume
Bulawayo
Nächste und letzte Station in Simbabwe war Bulawayo. Die Stadt hat uns ganz gut gefallen und es war mal spannend, eine nicht auf Touristen ausgelegte Stadt im Land zu sehen. Bulawayo ist die zweitgrößte Stadt im Land und fällt vor allem durch breite Straßen und viktorianisch geprägte Häuser auf. Auch das Eisenbahnmuseum, auf das wir nur durch Zufall beim Geocaching gestoßen sind, war recht interessant, denn man durfte die alten Lokomotiven und Wagen nicht nur von außen anschauen, sondern jegliches Ausstellungsstück auch von innen erkunden. Viele Sehenswürdigkeiten hat die Stadt allerdings nichts zu bieten und unser eintägiger Aufenthalt hat daher ausgereicht, bevor es mit dem Nachtbus wieder zurück nach Johannesburg ging.
Jacaranda-Baum
In den Straßen von Bulawayo
Eisenbahnmuseum
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Der Devils Pool klingt ja wirklich spannend, das wirst du wohl kaum je vergessen! Sehr cool….
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