Die erste Nacht in Kenia mussten wir in Nairobi verbringen, da wir erst abends dort ankamen. Die Stadt ist auch bekannt unter dem Namen „Nairobbery“, weswegen wir gespannt waren, wie es vor Ort tatsächlich sein würde. Wir hatten uns von Johannesburg aus ein Zimmer in einem „Bed&Breakfast“ gebucht, waren dann aber etwas stutzig als der Taxifahrer uns mitten in ein gut überwachtes Wohngebiet fuhr. Es stellte sich dann heraus, dass die Unterkunft nicht wirklich ein offizielles Hotel war, sondern ein Zimmer in einer Privatwohnung bei einer freundlichen, aber dennoch etwas seltsamen und geschäftstüchtigen Gastgeberin. Daher waren wir froh, am nächsten Morgen gleich in aller Frühe nach Mombasa weiterzufliegen. Die kurz vor Abflug spontan gebuchte Unterkunft in Diana Beach versprach dank ihres Namens ein Reiterhof zu sein und so freute ich mich schon auf Ausritte am Strand. Vor Ort stellte sich dann aber heraus, dass es eher eine neu gebaute, aber nicht bis ins letzte durchdachte Unterkunft auf einem kleinen Grundstück mit 2 kleinen Pferdeboxen war. Eines der Pferde war immerhin in halbwegs gutem Zustand, auch wenn es sich sicher über etwas Bewegung außerhalb der Box gefreut hätte; das andere Pferd jedoch hatte eine starke Schwellung im Hufbereich und ganz offensichtlich starke Schmerzen. Laut dem in Tierbelangen scheinbar völlig unwissenden Besitzer war die Schwellung schon mindestens 2 Wochen alt, aber Geld für den Tierarzt sollte möglichst keins ausgegeben werde. Die Probleme des Pferdes traten jedoch am 2. Tag völlig in den Hintergrund als wir vom Strand zurückkamen und einen der beiden Hunde zitternd mit abgeschnittenem Schwanz im Dreck liegend fanden. Die Umstände der ganzen Sache waren sehr seltsam und haben sich uns erst nach längerem Nachfragen – und vermutlich auch immer noch nicht ganz – erschlossen. Tatsache war jedoch, dass ein Stallangestellter der armen Hündin (Kita) den kompletten Schwanz ohne Narkose und ohne jegliche Sachkenntnis abgeschnitten hatte und dabei nicht einmal einen kleinen Stumpf übrig zu lassen oder die Wunde zu versorgen. Die nächsten Tage waren also damit ausgefüllt, Kita zu versorgen, zum Tierarzt zu bringen, ihre Schmerzen zu reduzieren und irgendwie zu verhindern, dass sich die Wunde infiziert und die Entzündung den Rücken hinaufsteigt. Kita war eine äußerst dankbare Patientin, die uns fast auf Schritt und Tritt gefolgt ist. Daher war es auch nicht besonders schlimm, dass sich unsere Ausflüge auf den Strand in der Umgebung, den Besuch einer Affen-Auffangstation und einen abendlichen Besuch an einer schönen Bucht beschränkten. Leider haben wir es am Ende nicht geschafft, Kita von ihrem unfähigen Besitzer wegzukriegen. So mussten wir schweren Herzens weiterziehen in der Hoffnung, dass Esther, eine der (mittlerweile ehemaligen) Angestellten, sich um ihr Wohl kümmern wird. Ebenso hofften wir, dass der Besitzer und sein Angestellter eine Lehre aus der Sache gezogen haben und dem 2. Hund , Chapati, das gleiche Schicksal erspart bleibt (Chapati verdankt seinen Namen übrigens der Verzehrung indischen Brotes; da keiner den chinesischen Namen des Hundes aussprechen konnte, haben wir ihn beim gemeinsamen Abendessen im Einverständnis mit dem Besitzer umbenannt).
Für einen Abstecher in den berühmten Nationalpark Masai Mara zur Migration der Gnus war das verbliebene Budget leider nicht mehr groß genug und daher muss dieses Naturschauspiel auf den nächsten Besuch verschoben werden.