Laos

Vientiane
Nach einem eintägigen Zwischenstop in Bangkok ging es mit dem nächsten Flieger nach Vientiane, der laotischen Hauptstadt. Ich kam leider völlig übermüdet an, da mir in der Nacht zuvor ein paar sehr laute und vor allem langatmige Kartenspieler in der benachbarten Bar den Schlaf geraubt haben.
Die Anreise verlief dann ohne weitere Zwischenfälle,  auch wenn es Angenehmeres gibt, als in der Rush Hour vollbepackt in der völlig überfüllten Bangkoker Bahn zu stehen. Im Hotel angekommen ist mir dann etwas passiert, was mir so noch nicht passiert ist. Nach erfolgreichem Einchecken habe ich mich schon total gefreut, mal 30 Minuten die Beine hochzulegen, als ich mich gefragt habe, warum die Puzfrau nach dem Reinigen wohl das ‚Please do not disturb‘ Schild hat hängen lassen. Die Antwort kam prompt: Mein Vorgänger hatte späteren Check-out vereinbart und war noch gar nicht ausgezogen. Somit stand ich in einem benutzten Zimmer mit fremden Sachen. Da sich das noch ein wenig hinziehen konnte, bin ich dann ohne Verschnaufpause und in viel zu warmen Klamotten vom Flug auf meine Besichtigungstour aufgebrochen.
Die Sehenswürdigkeiten der Stadt halten sich in Grenzen und so habe ich alles innerhalb von 3 Stunden auf ca. 10 km abgelaufen.  Es gibt 2 Tempel zu besichtigen, das Siegesmonument, das eine Nachahmung des Arc de Triomphe werden sollte und von dem aus man über die Stadt blicken kann, sowie That Luang, Laos‘ wichtigstes nationales Monument.
Abends bin ich dann noch am Mekong und dem dortigen Nachtmarkt entlang spaziert und habe mich an einem Garküchenstand am Mekong lecker bekochen lassen. Der Markt befindet sich in einem großen Park, in dem viele gut gelaunte Menschen zusammen sitzen, Badminton spielen oder sonstigen Sport machen. Somit war es ein sehr entspannter Ausklang des Abends mit einem positiven Fazit des Tages: Vientiane ist sicher keine wirklich schöne Stadt,  aber sehr friedlich und voller freundlicher, fröhlicher Menschen und daher eine sehr sympathische Stadt. Mehr als einen Tag muss man dennoch nicht bleiben.

 

Vang Vieng
Am nächsten Morgen bin nächsten Morgen bin ich mit dem Bus weitergefahren nach Vang Vieng. Beim Einsteigen in den Bus habe ich eine der besten Entscheidungen der Reise getroffen und mich neben Rick aus London gesetzt. Wenig später kam noch Rob dazu, der sich auf einen Klappsitz im Mittelgang setzen musste und den Platz neben mir auswählte. Rob ist gebürtiger Schotte, der seit 20 Jahren in Deutschland lebt und mit seinem Sohn Luke unterwegs war. Wir haben angefangen uns zu unterhalten und uns so gut verstanden, dass wir uns abends zum Essen wieder verabredeten. Auch Caro und Felix, ein Pärchen aus Deutschland, hat sich der munteren Truppe angeschlossen und so haben wir die Tage in Vang Vieng größtenteils zusammen verbracht. Rick hat sich mir sogar bei der Unterkunftssuche angeschlossen und wurde somit mein Nachbar. Mein Bungalow war sehr einfach, es gab zwar einen Wasserhahn und einen kleinen Duschkopf, aber kein Waschbecken. Dafür war er preislich unschlagbar. Wo kriegt man noch einen ganzen Bungalow mit Terrasse direkt am Fluss für 5.50 Euro die Nacht? Unerfreulich war nur meine nächtliche Begnung mit einer großen Spinne in meinem Bungalow, die nach meiner Rückkehr aus dem Bad plötzlich spurlos verschwunden war und die – wie sich 2 Tage später bei der Weiterreise herausgestellt hat – Eier auf die Schutzhülle meines Rucksacks abgelegt hatte. Am ersten Abend im Restaurant hatten wir jedoch noch ein sehr schönes Erlebnis: Rick hatte mir erzählt, dass es sein Geburtstag war, was ich den Anderen beim Essen erzählte. Nach dem Essen rief die Besitzerin des kleinen Restaurants dann Caro und mich nach hinten, weil sie einen kleinen Geburtstagskuchen für Rick besorgt hatte. Eine unglaublich nette Geste, die man so nicht überall erlebt.
Am nächsten Tag haben wir alle zusammen einen Ausflug zu einer Höhle bei einer Lagune gemacht.  Die Höhle war wirklich groß und man konnte weit ins Dunkel hinein laufen. Die zahlreichen Spinnen hatten Luke und Felix zum Glück erst auf dem Rückweg entdeckt, als der Rest von uns schon weiter vor war. Das anschließende Bad in der Lagune musste leider im Regen stattfinden, war aber sehr erfrischend und auch recht rasant aufgrund der Strömung. Vang Vieng war vor wenigen Jahren weltbekannt, da sich viele junge Reisende im Drogenrausch auf Reifen den Fluss hinunter treiben ließen, was mehrere von ihnen nicht überlebt haben. Vor ein paar Jahren wurde die Partyszene jedoch mehr oder weniger verbannt und der Ort ist seither eher ein Outdoorparadies. Vang Vieng ist wirklich recht gemütlich und vor allem traumhaft gelegen an einem Fluss und vor einer Kulisse von Karstfelsen.
An unserem zweiten Tag habe ich mit Rick eine Rollertour ins Hinterland gemacht, um weitere Höhlen zu erkunden. Wie wir allerdings feststellen mussten, sind sonntags offensichtlich alle Höhlen geschlossen und so blieb die anstrengende und lange Fahrt über rutschige und steinige Wege leider erfolglos. Luke und Rob saßen zu dem Zeitpunkt schon in Minivan zum nächsten Ziel, Luang Prabang. Die Beiden hatten bereits von Deutschland aus eine 3-tägige Dschungel-Trekkingtour ab Luang Prabang gebucht und erst Rick und dann mich überzeugt, uns ihnen anzuschließen.  Daher sind wir dann am nächsten Tag ebensfalls mit dem Bus aufgebrochen nach Luang Prabang.

 

Luang Prabang
Der Weg von Vang Vieng nach Luang Prabang führt durch sehr schöne Landschaften und man sollte sich daher defintiv dafür entscheiden, die Reise bei Tag zu machen. Luang Prabang ist ein äußert gemütliches Städtchen am Mekong, in dem es sich gut ein paar Tage aushalten lässt. Den Tag vor Aufbruch zur Dschungeltour habe ich mit Luke und Rob bei einer Bootsfahrt auf dem Mekong verbracht  und wir haben noch einmal das leckere Essen genossen bevor die anstrengende Tou anstand. Am nächsten Tag ging es dann früh morgens los zur Dschungeltour. Über die Tour selbst werde ich in einem separaten Beitrag berichten, hier nur kurz: es war super anstrengend, teilweise echt herausfordernd aufgrund des Wettes, der Wegbedingungen und der Entbehrungen bezüglich Trinkwasser und Nahrung. Dennoch war es eines der tollsten Erlebnisse der Reise.
Nach Rückkehr von der Tour haben wir uns erst mal eine Massage gegönnt und am nächsten Tag noch einen Ausflug zum schönen Kuang-Si-Wasserfall gemacht. Außerdem habe ich mir mit Luke noch das königliche Palastmuseum, und das Kloster Wat Xieng Thong angeschaut und wir haben den kleinen Berg Phu Si bestiegen, um die Aussicht über Luang Prabang zu genießen und den dortigen Tempel sowie den Fußabdruck Bhuddas zu besichtigen. Zusammen mit Caro und Felix haben wir dann einen schönen letzten gemeinsamen Abend bei leckerem Essen am Mekong verbracht.
Am nächsten Tag haben sich unsere Wege dann leider getrennt, aber ich konnte mich zumindest auf ein Wiedersehen mit Luke und Rob in Bangkok freuen.

 

Mekong-Tour
Wenn man Laos auf dem Landweg verlassen will, hat man mehrere Möglichkeiten inklusive Bus, Zug oder Boot. Ich habe mich für die langsame Variante entschieden und bin 2 Tage mit dem Boot über den Mekong in Richtung Thailand geschippert. Die Fahrt zieht sich wirklich in die Länge, da man an beiden Tagen jeweils circa 8-9 Stunden den Mekong hinauffährt. Die umgebende Landschaft ist zwar sehr schön, aber nach ein paar Stunden hat man sich mehr oder weniger satt gesehen. Ich hatte aber mal wieder Glück und habe mir die Sitzgrupe mit Anaisse aus Frankreich und Andrea aus Mexiko geteilt. Andrea war mit ihren lustigen Mama Lola unterwegs und somit hatte ich wenigstens nette Gesellschaft zum Zeitvertreiben. Zwischen den beiden Fahrten muss man eine Nacht in Pak Beng übernachten, wo diverse Unterkunftsbesitzer schon am Boostanleger warten, die einen mit kostenlosem Shuttleservice in ihre Unterkunft locken wollen. Wir sind zu viert erstmal zu einer wirklich furchtbaren Unterkunft gefahren, haben dann aber noch eine annehmbare Unterkunft gefunden. Anaisse und ich haben uns ein Zimmer geteilt und haben den Abend dann noch mit einem Beer Lao und Ausblick über den Mekong ausklingen lassen. Bevor man dann die Grenze zu Thailand überquert muss man noch eine weitere Nacht in Huay Xai übernachten. Dort habe ich mir wieder ein Zimmer mit Anaisse geteilt und gemeinsam haben wir versucht eine Lösung dafür zu finden, dass wir nicht wussten, wo unser jeweils bereits vorgebuchter Minivan nach Thailand uns am nächsten Tag abholen würde. Irgendwie wollte uns kein Hostel und keine Buchungsagentur weiterhelfen, offensichtlich da wir nicht bei ihnen gebucht hatten. Am Ende hat uns eine ältere Dame weitergeholfen unter der Voraussetzung, dass wir bei ihr essen.
Das Gesamtfazit am Ende der 2-wöchigen Reise durch Laos war sehr positiv. Landschaftlich ist das Land traumhaft schön, die Menschen sind generell sehr freundlich, es gibt leckeres Essen und die Preise sind sehr günstig. Einzig das Fehlen einer Küste ist ein kleines Manko,  wenn man das Meer so liebt wie ich. Wenn möglich, möchte ich sehr gerne nochmal nach Laos reisen, um mir den Rest des Landes anzuschauen.

Bali und die Gili-Inseln

Nusa Dua
Nach dem üblichen Zwischenstop in Bangkok war mein nächstes Ziel Bali. Da ich mich vorher spontan mit meiner lieben Friseurin Jenny verabredet habe, die mit ihrem Freund Thomas ein paar Tage Urlaub auf Bali gebucht hatte,  lautete mein erstes Ziel Nusa Dua. Die Stadt liegt ganz im Süden auf einer kleinen Halbinsel und ist sehr touristisch mit vielen schicken Resorts. Meine Unterkunft war jedoch ein Homestay 6 km außerhalb der Stadt,  was mich zuerst etwas abgeschreckt hat, da sie wirklich mitten im Nirgendwo lag und man ohne Roller nirgends hin kam. Selbst das nächste kleine Restaurant lag ca. 2 km durch Niemandsland und über einen nicht befestigten, mit Löchern und Steinen übersäten Weg entfernt. Wenn man sich allerdings daran gewöhnt hatte, war es sehr entspannt und ruhig so weit vom Trubel entfernt zu sein. Am ersten Tag bin ich noch alleine um die Insel gedüst und habe mir einen Tempel und einen Strand angeschaut. Abends habe ich aber schon ein sehr nettes Pärchen aus Deutschland (Alina und Martin) in meinem Homestay getroffen,  mit denen zusammen ich die folgenden Tage Ausflüge zum Pandawa Strand gemacht habe und die mir auch beim Essen in der Stadt Gesellschaft geleistet haben. Mit Jenny und Thomas habe ich einen Ausflug zum Tempel in Ulu Watu gemacht, einer wirklich schönen Tempelanlage hoch auf den Klippen. Leider sind wir dabei auch in eine der balinesischen Polizeikontrollen geraten und konnten zwar die Strafe für Fahren ohne internationalen Führerschein deutlich vom ursprünglich angesagten Preis runterhandeln, mussten aber immer noch zu viel zahlen. Ein wirklich komisches Gefühl mit Polizisten über die Höhe der Strafe zu feilschen, aber Bali ist bekannt für Polizeikontrollen an Touristen mit völlig überteuerten Strafen. In Ulu Watu wimmelt es von Affen und man muss sich in Acht nehmen, denn diese haben keine Scheu vor Menschen und klauen gerne alles, was nicht irgendwo befestigt oder festgehalten wird. Wir haben auch Affen gesehen, die sich über ergatterte Sonnenbrillen gefreut haben. Zum Abschluss in Nusa Dua habe ich noch einen Haarschnitt von Jenny bekommen und wir haben ein paar schöne Bilder am Strand gemacht.

Ubud
Zusammen mit Florian aus Berlin, der auch im gleichen Homestay in Nusa Dua gewohnt hat, ging es nach 5 Tagen in Nusa Dua weiter nach Ubud. Dort hatte ich erst eine nette kleine Unterkunft in einem Homestay mitten in der Stadt. Ubud ist ein nettes kleines Städtchen voller gemütliche Restaurants, leckerem Essen und mit einem kleinen Markt. Jedes Haus hat seinen eigenen kleinen Tempel und so fühlt man sich selbst am Eingang zur Unterkunft als würde man einen öffentlichen Tempel betreten. Opfergaben sind allgegenwärtig und ständig sieht man Einheimische beim Opfern in ihren Tempeln oder auf der Straße. Man muss auch sehr aufpassen, auf der Straße nicht unbeabsichtigt auf eine der Opfergaben zu treten. Ubud ist ideal als Ausgangspunkt für Touren zu diversen Tempeln und zu den berühmten Reisterrassen von Tegalalang. Florian und ich hatten uns jeweils einen Roller gemietet und sind damit 2 Tage lang zusammen herumgefahren. Als Ziel hatten wir den Tempel von Tanah Lot, diverse Tempel nördlich von Ubud und die Reisterrassen. Letztere eignen sich wunderbar für einen schönen Spaziergang und wenn man einfach ein paar Meter weiter geht als die meisten Touristen ist es herrlich ruhig in den Reisfeldern. In Ubud gibt es auch einen Affenwald, einen kleinen Naturpark mit Tempel, der – wie der Name besagt – voller Affen ist. Einer meiner Höhepunkte auf der Bali Tour war der nächtliche Aufstieg zum Vulkan Batur. Nachts gegen 2 Uhr wurde man abgeholt und etwa 1.5 Stunden zum Startpunkt gefahren. Von dort aus ging es dann mit Taschenlampe ausgestattet ungefähr 2 Stunden in einer Art kleiner Völkerwanderung hinauf zum Gipfel. Bergauf war der Weg mit vulkanischem Geröll recht gut zu meistern,  erst beim Abstieg sind mehrere Leute ausgerutscht. Ich hatte mal wieder viel Glück mit meiner Sitznachbarin im Minivan  (Christina aus Kanada) und hatte daher einen sehr kurzweiligen Auf- und Abstieg. Oben angekommen war es leider zuerst komplett bewölkt (und sehr kalt) und wir dachten schon, der Aufstieg sei umsonst gewesen, aber pünktlich zum Sonnenaufgang haben sich die Wolken verzogen und wir hatten einen traumhaft schönen Ausblick.
Da ich mein Zimmer immer nur tageweise verlängert habe und länger in Ubud geblieben bin als eigentlich geplant,  musste ich mir für Tag 5 und 6 eine neue Bleibe suchen, da meine Unterkunft bereits ausgebucht war. Zuerst etwas ärgerlich hat es sich doch als großen Glücksfall erwiesen, denn ich bin in einen tollen Bungalow in den Ubud umgebenden Reisfeldern gezogen. Ansonsten habe ich mich noch ein wenig den Klischees Ubud’s hingegeben, bin durch die Reisfelder gewandert, habe mich in einem tollen Spa verwöhnen lassen und habe mit meiner französischen Bekanntschaft Lorraine Yoga-Unterricht genommen.

Lovina
Auch wenn es recht schwer ist, nicht in Ubud hängen zu bleiben,  bin ich nach 6 Tagen nach Lovina weitergefahren. Lovina liegt an der Nordküste und ist bekannt für seine Delphintouren. Ich fand Lovina etwas trostlos und heruntergekommen. Meine Unterkunft hatte auch schon ihre besten Tage hinter sich und da sie etwas abseits lag, nicht gerade sauber und gepflegt war und ich der einzige Gast war, hatte sie etwas gespenstisches. Die Stadt selbst hatte auch nicht wirklich viel zu bieten und so war ich heilfroh, Elodie (eine französische Mitfahrerin aus dem Bus) wiederzutreffen und so immerhin einen kurzweiligen Tag zu zweit am Strand,  in Cafés und in einer Bar mit Schaukeln statt Stühlen zu verbringen. Da es so wenig zu tun gibt, hatten wir uns spontan entschlossen, für den nächsten Tag doch eine Delphintour zu buchen, obwohl ich dies eigentlich nicht tun wollte.  Es ist zwar immer wieder schön, Delphine zu sehen und es ist auch gut, dass die lokalen Fischer mehr Geld mit Touristen machen können, indem sie die Delphine am Leben lassen und nicht fangen, aber es waren einfach viel zu viele Boote im Wasser und viele Bootsführer jagten den Delphinen regelrecht hinterher. Nach 2 Nächten in Lovina hatte ich aber genug von der Stadt und habe mich gefreut, weiter nach Osten zu ziehen, um dort meinen Onkel Uli und meine Tante Martina zu treffen.

Tejakula/Gretek
Die erste Nacht habe ich in der wunderschönen Villa Selina mit unglaublich netten Besitzern verbracht. Die Unterkunft lag direkt am Meer und etwas abseits vom der Stadt und der Hauptstraße. Das war jedoch nicht weiter schlimm, da ich sowieso einen Roller gebraucht habe, denn in der Gegend ist wenig los und es gibt nur wenige, eher schicke Resorts. Danach habe ich für 4 Nächte im selben Resort übernachtet wie Uli und Martina. Ich habe mich sehr gefreut die Beiden zu treffen und ich denke sie waren auch ganz froh, denn Martina hat einen mehrtägigen Tauchkurs gemacht und war an diesen Tagen ganztägig beschäftigt. Uli und ich haben in dieser Zeit die Gegend mit dem Roller unsicher gemacht und dabei mehrere Tempel und einen Wasserfall angeschaut. Es war sehr interessant, ein bisschen in die Kultur einzutauchen, denn in einem der Tempel mussten wir erst Wasser fragwürdiger Quelle trinken, uns Wasser über den Kopf schütten und uns Reis auf die Stirn kleben, bevor wir den Tempel besichtigen durften. Natürlich war überall das Tragen eines Sarongs Pflicht. Einen Tag lang haben wir auch eine Tour mit Fahrer gemacht  (Klunkung Tour) und so den Ostteil der Insel erkundet. Als Martina ihren Tauchkurs beendet hatte, ging es zusammen auf eine Tour durch Zentralbali mit Besichtigung des berühmten Tempels Ulun Danu Bratan, des Gitgit-Wasserfalls und einem Bad in heißen Quellen. Somit habe ich in dieser Zeit wirklich sehr viel von der Insel gesehen und auch beim abendlichen Bier am/im Pool hatten wir viel Spaß.

Gili-Inseln
Nach ein paar schönen Tagen mit Familie war es dann aber wieder an der Zeit weiterzuziehen und so habe ich mich aufgemacht,  die Gili-Inseln östlich von Bali zu erkunden.
Mein erster Stop war auf Gili Trawangan. Eigentlich ist diese Insel für meinen Geschmack viel zu voll von partywütigen, jungen Touristen, aber da ich von dort aus tauchen war, habe ich es 2 Tage ausgehalten. Auf den Gilis gibt es keine Autos und so bewegen sich die meisten Touristen mit dem Fahrrad fort oder nehmen eine der unzähligen Pferdewagen. Da die kleinen Pferde allerdings teilweise echt erbärmlich aussehen und bei großer Hitze wirklich schwer schleppen müssen, habe ich mich für die Fahrradvariante entschieden. Am ersten Abend habe ich mir den schönen Sonnenuntergang an der Westküste mit ein paar Südamerikanerinnen aus meiner Unterkunft angeschaut und mich danach noch mit der Holländerin Carlijn verabredet, die ich im Bus nach Lovina kennengelernt hatte. Am 2. Tag ging es dann zum Tauchen zum Shark Point, an dem wir tatsächlich das Glück hatten einen Weißspitzenriffhai zu entdecken, allerdings ein recht kleiner. Zweiter Tauchplatz war Turtle Heaven und auch dieser Platz hat seinem Namen alle Ehre gemacht mit teilweise wirklich großen Schildkröten. Da man beim Tauchen immer nette Menschen trifft, bin ich doch tatsächlich abends noch mit ein paar Leuten zum Tanzen gegangen, wie es sich auf Gili T gehört.
Positiv hervorzuheben auf Gili T ist auch der nette Nachtmarkt mit köstlichem und günstigem Essen. Nach 2 Tagen war es aber an der Zeit, dem Tumult zu entrinnen und so bin ich weitergezogen auf die nächste der 3 Gili Inseln.
Gili Meno ist die kleinste und ruhigste der Inseln. Meine Unterkunft war eine kleiner gemütlicher Bungalow mitten in der Natur. Da Gili Meno wirklich klein ist, ist es nirgendwo hin wirklich weit und man kann auch zu Fuß die Insel in 1.5 – 2 Stunden umrunden. Ich war einen Tag lang mit dem Fahrrad unterwegs und bin auch noch einmal zu Fuß halb um die Insel gelaufen. Zu sehen gibt es einen Salzsee im Inselinneren, eine Schildkrötenrettungsstation und schöne Strände, die zum Entspannen einladen. Auch Carlijn habe ich wieder getroffen und so war es abends auch auf der ruhigen Insel kurzweilig. Nach 2 Tagen wollte ich eigentlich weiterziehen nach Gili Air, aber mir hatten mehrere Leute auf meiner Reise erzählt, dass es eine große Wahrscheinlichkeit gibt, auf Nusa Lembongan (einer Insel im Südwesten von Bali) Mantarochen zu sehen. Daher habe ich mich spontan umentschieden und es einen Versuch wert sein lassen, da diese schönen Tiere schon lange auf meiner Wunschliste standen.

Nusa Lembongan
Als letzte Station der Indonesientour ging es also für 3 Tage nach Nusa Lembongan. Die Insel ist recht klein und mit dem Roller gut zu erkunden. Mit meiner Homestay-Nachbarin Nellie aus Holland bin ich mit dem Roller zu Mangrovenwäldern gefahren, zu einem schönen Strand im Süden und über eine Brücke zur kleinen Nachbarinsel Nusa Ceningan gefahren. Die Brücke ist so schmal, dass sie nur zu Fuß oder mit Fahrrad/Roller überquert werden kann. Hauptfokus auf der Insel lag jedoch auf dem Tauchausflug. Zuerst ging es zur ‚Crystal Bay‘, die in der Tiefe etwas anspruchsvoller zu betauchen ist, denn es gibt sogenannte ‚downcurrents‘, also gefährliche Strömungen, die in die Tiefe ziehen. Beim Briefing war es schon etwas komisch zu hören, dass man immer vorbereitet sein soll, etwas zu greifen und sich so am Riff festzuhalten. Man hat die Strömungen auch etwas gespürt, aber zum Glück nicht stark und das Riff war wirklich schön mit Sichtung eines Otkopus. Danach ging es weiter zum Tauchplatz vor Nusa Penida, an dem man die Chance hat Mantas zu sehen, da sich dort eine Putzerstation befindet. Ich hatte Glück und habe eine Tauchschule gefunden, die den ‚Manta Point‘ an diesem Tag auch angefahren hat, obwohl die See – sagen wir mal – etwas unruhig war. Mein Sitznachbar auf dem Boot fand die Fahrt recht beunruhigend; ich fand sie eigentlich ganz lustig, ich musste mich nur irgendwann hinstellen, denn das ständige Aufknallen auf dem Wasser von hohen Wellen aus ging doch etwas in den Rücken und mit den Knien war der Aufprall deutlich besser abzufedern. Nach dem Abtauchen hatten wir recht schnell Glück und zwei große Mantarochen sind direkt über uns vorbei geschwebt. Insgesamt haben wir die beiden Mantas fünfmal gesehen und man hatte den Eindruck, es hat ihnen Spaß gemacht sich zu präsentieren und über und zwischen den Tauchern durchzugleiten. Einfach unglaublich schön anzusehen. Leider kann ich davon keine Bilder zeigen, da ich keine eigene Unterwasserkamera habe. Es wird mir trotzdem ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Nach insgesamt 25 Tagen in Indonesien ging es dann am nächsten Tag  zurück zum Flughafen und von dort abends erst mal wieder nach Bangkok.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir Bali insgesamt, vor allem aber die Gegend um Ubud, wirklich sehr gut gefallen hat. Für Strandurlaube gibt es zwar bessere Orte, aber Bali bietet eine schöne Mischung zwischen Wassersport und sehr interessanter Kultur. Wer noch an einem schönen Strand entspannen will, sollte definitiv einen Abstecher auf die Gilis machen.

Vietnam – der Norden

Hoi An
Am Tag nach Inka’s und Juliane’s Abreise ging es für mich mit dem Flieger weiter in Richtung Norden nach Hoi An, einer wunderschönen, kleinen Küstenstadt in Zentralvietnam. Hoi An war einst der größte Hafen Südostasiens und seine Altstadt zählt heute als Weltkulturerbe. Die Altstadt ist tagsüber motorfrei und kann nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden. Um die Altstadt zu besichtigen, muss man ein Ticket kaufen, welches zugleich als Eintrittsticket zu 5 selbstgewählten Sehenswürdigkeiten gilt. Zur Auswahl stehen mehrere alte Häuser, die man von innen besichtigen kann, ein paar Versammlungshallen, ein Tempel, sowie das Wahrzeichen der Stadt, die japanische Brücke. Die Stadt ist außerdem voller Schneider und somit ein Traum für alle, die günstig maßangefertigte Kleidung kaufen möchten. Mir hat Hoi An besonders durch die entspannte Atmosphäre gefallen. Auch das unglaublich leckerere Essen und die Möglichkeit, die Stadt sowie die umgebenden Felder und den Strand mit dem Fahrrad zu erkunden, haben zum sehr positiven Gesamteindruck beigetragen. Abends ist die Sadt voller Laternen und der Nachtmarkt lädt zum Schlendern und Schlemmen ein. Wenn ich jemals wieder nach Vietnam reise, steht diese romantische Stadt definitiv wieder auf der Liste.

Hanoi
Nach 2 Tagen in Hoi An ging es mit dem Zug weiter nach Hanoi. Die Zugfahrt dauert ganze 18 Stunden und besonders als Vegetarier sollte man sich für diese Zeit mit genügend Essen eindecken, denn an Bord gibt es kein vegetarisches Essen zu kaufen. Eine Zugfaht durch Vietnam ist auf jeden Fall empfehlenswert, denn es geht durch wunderschöne Landschaften und man erspart sich das Gehupe und Gedränge auf den Straßen. Ich hatte mir einen Platz im Schlafwagen reserviert und hatte somit auch ein recht gemütliches Bett und konnte nachts erstaunlich gut schlafen. Am nächsten Tag habe ich mich dann aufgemacht, um ein paar Sehenswürdigkeiten in Hanoi anzuschauen. Insgesamt fand ich Hanoi nicht so interessant wie Saigon,  aber die Altstadt und der Hoan-Kiem-See mitten in der Stadt sind dennoch sehr nett und der Verkehr ist auch etwas entspannter als in Saigon.

Ha Long Bucht
Um die weltberühmte und als Weltkulturerbe zählende Ha Long Bucht mit ihren wunderschönen Karstfelsen zu besichtigen, habe ich mich entschieden, eine 2-tägige Kreuzfahrt zu machen. Aus Gründen der Kostenersparnis war ich bereit, meine Kabine zu teilen und hatte extrem viel Glück mit meiner Zimmernachbarin Emily aus London. Wir haben uns sehr gut verstanden und hatten sehr viel Spaß auf der Fahrt. Die Tour beinhaltete einen Ausflug zu einer Höhle sowie einen Abstecher zu einer der Inseln, von deren Gipfel aus man einen wunderschönen Blick über die Bucht hatte und sich anschließend von der Anstrengung bei einem Bad im Meer wieder erholen konnte. Am nächsten Morgen ging es früh morgens mit dem Kajak in eine Lagune und zu einer Bucht, in der man den Affen beim Klettern auf den Felsen zuschauen konnte. Zum Abschluss gab es noch einen kleinen Kurs in der Zubereitung von Frühlingsrollen und ein leckeres Mittagessen, bevor es zurück nach Hanoi ging. Die Tour war sehr entspannt mit netten Menschen und wir hatten auch genügend Zeit, die Schönheit der Bucht auf dem Deck zu genießen.

Zurück in Hanoi habe ich die Vietnamreise bei einem gemütlichen letzten Abend und leckerem Essen ausklingen lassen. Begleitet wurde ich von der netten Australierin Melly, die ich schon am ersten Abend in Hanoi zufällig auf der Straße bei der Suche nach dem gleichen vegetarischen Restaurant getroffen habe.

Da ich es leider nicht mehr geschafft habe, den Nationalpark bei Sapa zu bereisen, wird es wohl irgendwann ein Wiedersehen mit Vietnam geben.

Vietnam – der Süden

Auf dem Weg zu meinem nächsten Ziel, Vietnam, habe ich einen kleinen 2-tägigen Zwischenstop in Bangkok eingelegt, um lecker zu essen und das Nötigste an „Shopping“ zu erledigen.

Danach ging es los in Richtung Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon), wo ich endlich Juliane und Inka getroffen habe. Auch wenn man einige asiatische Städte kennt und viel Verkehr gewohnt ist, erschlägt einen Saigon erst einmal mit seinen vielen Motorrollern und dem ganzen Trubel. An den meisten Kreuzungen erscheint es auf den ersten Blick unmöglich, die Straße unbeschadet zu überqueren, da der Strom der Motorroller – teilweise über mehrere Spuren – einfach nicht abreißt. Wenn man jedoch tapfer losschreitet und bloß nicht stehen bleibt, funktioniert es tatsächlich und alle Roller schlängeln sich irgendwie um einen rum. Uns hat die Stadt dennoch so erschlagen,  dass wir nach einer Nacht beschlossen haben,  die Stadt zu verlassen und uns ins Mekong-Delta aufzumachen.


Can Tho

Auf dem Weg zu unserer ersten Station, Can Tho,  haben wir schnell gelernt, dass manche Vietnamesen eine etwas andere und eher unfreundlich erscheinendere Art haben verglichen mit vielen anderen Asiaten und dass man vor allem beim wilden Hände-Rumgewusel extremst auf sein Geld aufpassen muss.
Can Tho selbst gibt als Stadt nicht viel her außer einem Ho-Chi-Minh Platz an der Uferpromenade, einem interessanten lokalen Markt, einer Pagode und einem kleinen Park. Wir hatten jedoch Glück, dass es an unserem Ankunftstag ein Fest der Schulen gab und wir so direkt etwas Einblick in die Kultur bekommen haben bei den diversen Vorführungen. Auch eine Ratte, die sich im engen Hoteltreppenhaus verirrt hat und uns als Geisterfahrer entgegenkam, hat erst für einen großen Schreck und dann für große Erheiterung gesorgt. Generell musste man sich im Mekongdelta an die Gegenwart von Ratten gewöhnen, denn diese waren wirklich zahlreich vorhanden und selbst beim Abendessen in Garküchen im Park sind sie einem quasi fast um die Füße gelaufen.

Am nächsten Tag ging es mit dem Boot ein paar Stunden über den Mekong und zu den schwimmenden Märkten, auf denen Händler ihre Ware auf ihrem Hausboot verkaufen. Wer welche Waren anzubieten hat, wird an einer Stange am Boot präsentiert…. sehr praktisch, man will ja schließlich nicht erst am Kartoffelboot anlegen, wenn man doch eigentlich eine Wassermelone möchte 😊. Auch an einer Reisnudelfabrik haben wir angehalten und eine kleine Einführung in die Herstellung von Reisnudeln bekommen. Da damit dann aber auch eigentlich alle Sehenswürdigkeiten abgehandelt waren, haben wir uns recht schnell aufgemacht zur nächsten Station, Chau Doc. 

Chau Doc
Auch wenn diese Stadt auf den ersten Blick genauso wenig zu bieten hat wie Can Tho, hat es uns hier dennoch besser gefallen, denn die Stadt hat irgendwie einen eigenen Charme, das Straßenessen war super lecker und wir haben einen schönen Ausflug mit Herrn Nguyen-Van gemacht (ein älterer Herr und Besitzer eines englischen Buchladens). Morgens sind wir wieder auf dem Mekong unterwegs gewesen zu einem kleinen schwimmenden Markt und durften uns dort eines der Wassermelonenboote anschauen.  Herr Nguyen-Van hat uns auch eine Fischfarm gezeigt und uns ins Cham-Dorf, eine kleine muslimische Gemeinde, geführt. Nachmittags hat dann jede von uns einen eigenen Chauffeur auf einem Roller bekommen und wir sind zu 2 Tempeln,  einer Fischfutterfabrik und einem berühmten Berg (Sam Mountain) gefahren,  auf dem man auch nach Kambodscha blicken konnte. Leider hat es nachmittags geregnet, aber es hat trotzdem großen Spaß gemacht dank den Regenponchos, die wir netterweise bekommen haben.
Auf dem lokalen Markt haben wir uns weiter der Aufgabe gewidmet,  alle möglichen seltsamen Früchte zu probieren. Die Fruchtauswahl war riesig und die Preise so günstig, dass es kein Problem gewesen wäre, mal völlig daneben zu greifen. Wir fanden jedoch fast alle Früchte köstlich.

 

Phu Quoc
Von Chau Doc aus ging es mit Bus und Boot weiter nach Phu Quoc, einer Insel ganz im Süden von Vietnam. Auf der Insel haben wir uns fast täglich zwei Roller gemietet und konnten so einen Großteil der Insel erkunden. Obwohl die Insel an sich recht gemütlich ist und sich gut für Rollerausflüge eignet, waren wir doch leider etwas enttäuscht angesichts der Tatsache,  dass es fast unmöglich war, einen schönen Strand zu finden. Im Süden gibt es einen schönen Strand, der aber daher auch ein Touristenmagnet ist und verhältnismäßig voll ist. Alle anderen Strände, zu denen wir uns wagemutig mit dem Roller durch Matsche, Sand und kleinste Wege aufgemacht haben, waren zwar einsam, aber dafür total vermüllt. Müll ist generell allgegenwärtig und selbst bei einem Tauchausflug haben Juliane und ich mehr Müll als Fische gesehen. Während der Zeit auf Phu Quoc stand noch Inka’s Geburtstag an und so haben wir mit dem Roller einen schönen Ausflug mit Picknick an einem Wasserfall gemacht. Um Inka einen schönen Geburtstagsnachmittag an einem schönen Strand zu ermöglichen, sind wir sogar durch den tiefsten Schlamm gefahren, um dann doch wieder auf einer Baustelle zu landen und im Regen wieder zurückzufahren. Es wurde dennoch ein schöner und lustiger Geburtstag.

Ho-Chi-Minh-Stadt
Da wir nach ein paar Tagen das Gefühl hatten alles von der Insel gesehen zu haben, haben wir beschlossen, die Insel früher als geplant zu verlassen und noch einmal 2 Tage in Saigon zu verbringen, um dort noch ein paar Sightseeing- und Geschichtslücken zu füllen. Einen Nachmittag haben wir im Kriegsmuseum des Vietnamkrieges verbracht und auch ein Ausflug zu den Cu-Chi-Tunnel stand an. Das Museum ist sehr lehrreich und zugleich sehr schockierend, da sehr viele Fotografien gezeigt werden, die während des Krieges aufgenommen wurden und es gibt auch eine Ausstellung, die Fotografien der späten Kriegsfolgen (Agent Orange Opfer) zeigt. Wer in Saigon ist, sollte dieses Museum auf jeden Fall besuchen. Auch das Tunnelsystem in Cu-Chi, das zu Kriegszeiten 200 km Tunnellänge auf 3 Ebenen umfasste, war sehr eindrucksvoll. Es diente der lokalen Bevölkerung teilweise über Wochen und Monate als Versteck und die Vietcong nutzten es auch zu Angriffszwecken, teilweise durch den Einsatz von Fallen . Durch einen Teil eines Tunnels kann man selbst laufen, um einen Eindruck von Enge, Dunkelheit aber auch Hitze zu gewinnen. Juliane, Inka und ich haben den Tunnel alle bei der ersten Gelegenheit nach 20 Metern wieder verlassen, was es umso unfassbarer gemacht hat, dass die Menschen damals so lange Zeit im Tunnel geblieben sind.
Ansonsten haben wir es uns in der Stadt bei Massage, gutem Essen und Obst im Park noch ein wenig gut gehen lassen, bevor es für Juliane und Inka leider wieder nach Hause ging.

El Nido – Philippinen

Von Samoa aus ging es spät abends erst los in Richtung Auckland, wo ich den mehrstündigen Aufenthalt am Flughafen dazu genutzt habe (dank Flughafen WLAN und mit ganz viel Glück) endlich mein Handy wieder zur Mitarbeit zu bringen. Danach ging es weiter nach Sydney,  wo wir wieder ein paar Stunden auf den Flug nach Manila warten mussten. Endlich in Manila angekommen,  wusste unsere Fahrerin leider nicht so genau, wo unser Hotel lag und ist daher fast 1,5 Stunden mit uns im Dunkeln durch Manila geirrt… ein Traum, da man Manila generell sowieso lieber meiden möchte. Am nächsten Tag ging es dann endlich los in mein großes Abenteuer des Alleinereisens und zur Divemaster-Ausbildung. Nach Flug auf die Insel Palawan und einer Übernachtung in Puerto Princesa saß ich wieder mit großer Vorfreude in einem Minivan in Richtung El Nido. Seit ich im Oktober 2011 zum ersten Mal dort war und meinen ersten Tauchkurs bei Ronny im Submariner Diving Center gemacht habe, wollte ich unbedingt wieder zurück. Ich habe allerdings schnell festgestellt, dass sich in den 5 Jahren seit des letzten Besuches sehr viel verändert hat. Zum Einen dauert die Fahrt von Puerto aus jetzt nur noch 5,5 Stunden, da die Straße fast komplett geteert ist  (was allerdings nichts dran ändert, dass die Fahrt immer noch gruselig ist wegen des furchtbaren Fahrstils der Fahrer). Zum Anderen ist direkt aufgefallen, dass der Tourismus stark zugenommen hat. Waren vor 5 Jahren noch hauptsächlich junge Backpacker dort, ist jetzt jede Altersklasse vertreten und auch die Anzahl der lauten und feiernden Backpacker hat zugenommen. Die Bucht von El Nido ist jetzt vollgestopft mit Booten, die Island-Hopping Touren anbieten. Eine weitere Veränderung besteht darin, dass es jetzt den ganzen Tag über Strom gibt und nicht nur nachts – was allerdings auch nicht ganz wahr ist, da der Strom gerne mehrmals täglich und leider auch öfter nachts ausfällt, was aufgrund des Ausfalls des Ventilators sehr unangenehm werden kann.

All diese Veränderungen – vor allem der stark zungenommene Trubel – haben mich zu Beginn sehr irritiert und ich war nicht sicher, ob es die richtige Entscheidung war, nach El Nido und in mein vermeintlich ruhiges Paradies zurückzukehren.
Zu Beginn hatte ich auch Schwierigkeiten eine bezahlbare Bleibe für die 5-6 Wochen zu finden und so bin ich nach einer Nacht im Schlafsaal im El Gordo’s Guesthouse erst einmal im eigentlich nicht zu vermietenden Geheimzimmer dort gelandet. Ich war Gordo und seiner Frau Christina sehr dankbar, mir erst mal bis auf Weiteres Asyl zu gewähren.

Allerdings war die Unterkunft zu weit von der Tauchbasis weg und es musste dringend eine neue Bleibe her. Nach 4 Tagen habe ich dann endlich eine dauerhafte Bleibe in der Nähe des Strandes gefunden, nur 5 Minuten Fußmarsch am Strand entlang von der Tauchbasis entfernt. Zur Unterkunft muss man sagen, dass sie wirklich sehr einfach war. Ich hatte nicht mal ein richtiges Fenster und musste das Bad teilen. Aus Dusche und Hahn kam nur bräunlich gefärbtes Wasser und die Klospülung war fast immer kaputt, so dass man auf die asiatische Methode des Spülens mit Plastikkelle zurückgreifen musste. So ist das halt auf den Philippinen. Der Wohnzimmerbereich war nicht wirklich zu nutzen, weil die „Rezeptionistin“, die quasi meine ständige Mitbewohnerin war, permanent auf der Couch lag und gepennt hat. Die Waschmaschine, die es im Haus gab, habe ich tatsächlich einmal ausprobiert, aber schon nach dem ersten Waschgang (bei dem ich eine Stunde beschäftigt war um 10 Artikel zu waschen) habe ich schnell eingesehen, dass es sinvoller ist, die Wäsche für 1,30 Euro das Kilo in der Straße abzugeben. Die Maschine war nämlich nicht an die Wasserleitung angeschlossen und so musste ich für einen Reinigungs-und zwei Spülgänge literweise Wasser mit einem kleinen Eimer aus einem Hahn mit minimalem Wasserdruck einfüllen, was wirklich keinen großen Spaß macht. ☺

Ronny, mein Tauchlehrer, war die erste Woche nach meiner Ankunft noch auf Familienbesuch in Manila und daher war ich am 3. Tag in El Nido erst einmal einen Tag zum „Spaßtauchen (Fundive)“  mit raus. Am 4. Tag fing dann meine Ausbildung zum Rescue Diver mit Tauchlehrer Klaus an. Der Rescue Kurs ist wirklich der anstrengendste Hobby-Tauchkurs, weil man die ganze Zeit Taucher über und unter Wasser retten muss, zum Boot oder Strand schleppen muss und wiederbeleben muss. Außerdem muss man den ganzen Tag auf irgendwelche Notfälle eingstellt sein und mit Allem rechnen. Ein sehr anspruchsvoller Kurs, aber sehr empfehlenswert.
Nach Abschluss des 2-tägigen  Rescuekurses ging dann endlich das eigentliche Divemaster-Training los. Während des Kurses muss man verschiedenenste Aufgaben erfüllen und Fertigkeiten lernen. So muss man bei verschiedenen Tauchkursen assistieren, auch bei kompletten Tauchneulingen, die nur einen Tag in die Tauchwelt „reinschnuppern“. Man muss verschiedene Schwimmübungen absolvieren , z.B. 800m mit Maske, Schnorchel und Flossen auf Zeit schwimmen, 15 Minuten ohne Schwimmbewegungen vertikal im Wasser treiben und dabei die letzten 2 Minuten die Hände aus dem Wasser  strecken, usw. Alle Tauchübungen, die Tauchschüler während eines Kurses machen müssen, muss man auf Präsentationsniveau beherrschen und am Besten noch so, dass es ganz einfach aussieht (besteht aus 24 Übungen, dem sogenannten Skill Circuit).  Man muss eine Karte eines Tauchplatzes erstellen, lernen Gruppen zu führen und Tauchbriefings zu geben, und vieles mehr. Meine persönliche „Angstübung“ war das Tauschens des Equipments unter Wasser mit einem Tauchbuddy, mit dem man sich während der gesamten Übung einen einzigen Atemregler teilen muss.
Mein „Arbeitstag“ für die nächsten 5 Wochen sah so aus, dass ich morgens um 7 Uhr am Tauchshop eingetroffen bin und dann geholfen habe sämtliches Equipment inklusive viele schwere Tauchtanks auf das Boot laden. Um 8 Uhr ging es dann mit den Gästen schwimmenderweise aufs Boot und nach einem Bootsbriefing auf zum ersten Tauchplatz. Danach wurde Kaffe, Tee, Wasser und ein kleiner Obstsnack angeboten und wir sind zum 2. Tauchplatz gefahren. Nach dem 2. Tauchgang gab es Mittagessen und danach noch einen 3. Tauchgang. Auf der Rückfahrt haben wir dann schon alles Equipment soweit wie möglich zusammengepackt und nach Rückkehr (zwischen 15 und 16 Uhr) wieder zum Shop geschleppt und alles gewaschen. Nach einer kleiner Pause Zuhause mit Dusche ging es dann zurück zum Shop, um potentielle Tauchkunden zu beraten, Gäste für Tauchtage anzumelden und das Equipment für den nächsten Tag zusammenzustellen und vorzubereiten. Der „Arbeitstag“ war dann normal zwischen 20 und 21 Uhr zu Ende. Wenn ich mal nicht tauchen war, musste ich Einiges an Theorie büffeln.  Ihr könnt Euch also vorstellen,  dass es ein ziemlich intensives Training war, bei dem ich aber sehr viel Spaß hatte und vor allem sehr viel gelernt habe.

Auf dem Boot:

 

Im Tauchshop:

 

Bevor man allerdings in die Welt der professionellen Taucher aufgenommen wird, muss man nach Abschluss des Divemaster-Trainings noch einen weiteren (inoffiziellen) Test bestehen, den Schnorcheltest, bei dem man mit Maske und Schnorchel ausgestattet viel zu viel fies zusammengemischten Alkohol trinken muss und anschließend eine Boje aufblasen muss. Es gab eine große Party im über der Tauchbasis liegenden Restaurant Habibi, da gleichzeitig noch der Abschied von Tauchlehrerin Aoibheann und ihrem Freund Raffy gefeiert wurde sowie Ronny’s  (aufgrund eines bevorstehenden Urlaubs vorgezogene) Geburtstagsparty.  Leider habe ich von der Party nicht allzu viel mitbekommen, da der Schnorcheltest der erste Programmpunkt war und ich kurz danach außer Gefecht gesetzt war. Habe mir aber sagen lassen, dass die Party sehr gut war 😊.

Nachdem die anfänglichen Zweifel beseite gelegt waren,  hatte ich einfach nur eine tolle Zeit in El Nido, was vor allem an den vielen netten Menschen gelegen hat, mit denen ich zusammengearbeitet habe und die sehr gute Freunde geworden sind. Die Submariner und Habibi Family ist wirklich zu einer Art Ersatzfamilie geworden. Von Tauchlehrern (Samy, Aoibheann, Pot und Ronny), über Divemaster (Windel, Freddie, AJ und Ace), mein Divemaster-Trainee Buddy Donald, der kompletten Boots- und Equipmentcrew sowie den Mädels im Shop (Aimee und Joy) haben mich alle ganz toll unterstützt und mir trotz aller Anstrengung die Zeit zu einer der besten in meinem Leben werden lassen. Samy, Aimee, Aoibheann und Raffy (oder zumindest eine/r von ihnen) haben mir eigentlich jeden Abend zum Essen Gesellschaft geleistet und auch sonst haben wir einfach viel Zeit zusammen verbracht und uns gegenseitig unterstützt.

Bei einem Spaziergang an einem ruhigeren Theorietag habe ich auch festgestellt, dass es immer noch ruhige, ursprünglichere Ecken in El Nido gibt wie vor 5 Jahren und die Landschaft um die El Nido Bucht ist einfach atemberaubend.

Die Tauchplätze um El Nido gehören auch zu meinen Favoriten unter allen Tauchplätzen, die ich bisher so auf der Welt gesehen habe, auch wenn es hier in der Regel keine großen Fische wie Haie und co. zu sehen gibt. Mein absoluter Lieblibgsplatz ist South Miniloc, bei dem es ganz besondere Korallen zu bestaunen gibt und man wie in einem Märchen durch einen riesigen Schwarm von Fischen schwimmen kann. Einfach immer wieder schön und entspanndend. Generell hat El Nido sehr viele schöne, bunte und gesunde Korallen zu bieten und Schildkröten, Blaupunktrochen und Oktopusse sind immer wieder zu sehen.

Nach abgeschlossener Ausbildung bin ich dann noch ein paar Tage geblieben und durfte noch etwas Erfahrung im Führen von Gruppen sammeln, was sehr viel Spaß gemacht hat und wiederum sehr lehrreich war, da man einfach jeden Tag andere Taucher führt, die unterschiedliche Ansprüche und vor allem unterschiedliche Erfahrung haben.

Tauchplätze von oben:

Unter Wasser (vielen Dank an Aoibheann für die wunderschönen Unterwasserbilder):

Am letzten Tag hat mir die Crew dann noch den Wunsch erfüllt, den Tunnel bei Helicopter Island zu betauchen. Ein wirklich toller Tauchplatz, der nur selten betaucht wird, da er nur für fortgeschrittene Taucher geeignet ist und der Tunnel zu klein für mehrere Gruppen ist. Da man aber normalerweise mehrere Gruppen inklusive Anfänger auf dem Boot hat, ist der Aufwand in der Regel zu groß. Ich war der Crew sehr dankbar mir diesen Wunsch erfüllt zu haben, da es wirklich ein spezieller Tauchplatz ist, den man nicht überall auf der Welt findet. Somit wurde mein letzter von insgesamt 66 Tauchgängen in 5.5 Wochen zu einem tollen Erlebnis. Am letzten Tag konnte ich allerdings nur noch einen Tauchgang machen, weil ich am nächsten Tag fliegen musste, hatte aber auch so eine schöne Zeit mit der Crew auf dem Boot und beim Schnorcheln.

Der letzte Tag:

Ich war auch sehr dankbar in diesen Wochen wieder gelernt zu haben, worauf es wirklich ankommt. Man braucht keinen Luxus beim Wohnen und es kommt nicht darauf an, was man besitzt oder kann. In El Nido wurde man dafür respektiert,  wer man ist und wie man die anderen Menschen behandelt. Im Gegenzug bekommt man Freunde, die zwar vielleicht nicht viel besitzen, aber glücklich sind, immer ein Lächeln auf den Lippen haben und wahrscheinlich noch das letzte Hemd für einen abgeben würden. Der Abschied von El Nido und meinen Freunden fiel entsprechend schwer, aber wurde mir dadurch erleichtert, dass ich wusste, dass Inka und Juliane schon in den Startlöchern für ein Treffen in Vietnam standesamtliche.

Samoa

Als letzte Station auf der Südseetour ging es nach Samoa. Der Start war etwas holprig, da wir mitten in der Nacht ankamen und das Mietwagenbüro geschlossen war. Also mussten wir erst einmal ein paar Stunden im kleinen Flughafen warten, da wir kurz vor Abflug schon eine Reservierungsanfrage geschickt hatten. Der Mietwagen, den wir dann für die Fahrt in die Stadt bekamen, hatte zu wenig Reifendruck, aber er wurde glücklicherweise in der Stadt gegen einen sehr guten Wagen ausgetauscht.

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Nächtliche Wartezeit am kleinen Flughafen

Upolu
Mit schickem Mietwagen ausgestattet sind wir erst mal rüber ans andere Ende der Insel gefahren und haben uns auf die Suche nach einer Bleibe für die ersten 2 Nächte gemacht. Die Fahrt durch die Insel war bereits traumhaft schön und ich war total begeistert, wie grün diese Insel ist. Der Verkehr ist auch ziemlich entspannt,  da Samoa deutlich weniger touristisch ist als Fiji.

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Erste Fahrt quer über die Insel

Die Suche nach einer Bleibe hat sich auch mal wieder als ziemlich einfach herausgestellt und so haben wir eine tolle Strandhütte in Saleapaga gefunden. Die tradtionellen Strandhütten – sogenannte Fales – sind ein Traum, da man direkt auf dem Strand schläft und man von der Sonne und mit Blick aufs Meer geweckt wird. Allerdings ist so eine Fale nicht nach jedermanns Geschmack, da es keine Wände gibt und man nur – ganz nach eigenem Geschmack – einfache Palmenrolläden als Wand herunterlassen kann. Zudem ist der einzige Luxus, den eine solche Hütte bietet, eine Matraze und ein Moskitonetz. Das Bad muss man sich wie auf einem Campingplatz teilen. Ich fand die Fales einfach traumhaft, weil es einfach toll ist, die Hütte nach vorne offen zu lassen und vom Bett aus den Strand und das türkisfarbene Wasser zu sehen.

Leider war meine Stimmung kurzfristig etwas getrübt, da ich es geschafft habe, mit einer samoanischen SIM-Karte mein komplettes Handy zu sperren, weil ich vergessen hatte, dass meine Sicherheits-App fremde SIM-Karten nur nach vorheriger Registrierung akzeptiert. Leider waren im Handy sämtliche Daten gespeichert, die ich für die Reise brauche und daher hat dieses Problem zu einem leichten Pulsanstieg geführt.
Gleich am ersten Abend haben wir aber das Traveller-Paar Natalia und Chris getroffen, die in der Nachbarhütte gewohnt haben und uns die nächsten 3 Tage mehr oder weniger begleitet haben. Für Ablenkung von der Handyproblematik war also gesorgt. Als Nachbarn auf der anderen Seite hatten wir eine tolle samoanische Familie auf Osterausflug, die uns alle herzlich zu Bier und Sacks eingeladen haben.  Es ist einfach unglaublich wie gastfreundlich die Südseebewohner sind und so haben wir einen tollen Ostersonntag mit Familienanschluss auf Samoa verbracht.
Von unserer „Basis“ in Saleapaga aus haben wir uns dann am nächsten Tag mit dem Mietwagen aufgemacht, um den südlichen Teil Upolus zu erkunden. Leider war das Wetter sehr wechselhaft,  aber wir haben trozdem sehr viele schöne Orte gesehen wie den berühmten Stand von Lalomanu, den To Sua Ocean Trench und die Papapapaitai Wasserfälle.

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Lalomanu Beach – leider nicht bei Sonnenschein

Der Ocean Trench sieht aus wie ein kleiner See in einem tiefen Loch, er ist aber mit dem Meer verbunden und daher nicht ganz so ungefährlich wegen starker Strömungen durch die Brandung. Es kostet auch einige Anstrengung ans andere (nicht mit dem Meer verbundene) Ende des Sees zu schwimmen und dort aus einem weiteren Loch an die Oberfläche zu schauen, weswegen die Meisten es mit dem Schwimmen gar nicht versuchen und sich gleich an den bereitgestellten Seilen langziehen. Obwohl die Strömungsgefahr nicht zu unterschätzen ist, ist der weitaus abenteuerlichste Teil dennoch der Abstieg mit der Leiter, denn die Leiter ist verdammt hoch und kann auch ganz schön glitschig sein, da der Anti-Rutschbelag nicht mehr der Neueste ist.

Der Rest des Nachmittags war leider etwas verregnet und so haben wir die Wasserfälle und eine weitere schöne Bucht nur im Regen gesehen, was der Schönheit aber keinen Abbruch getan hat. Generell denke ich, man muss den Regen einfach akzeptieren, denn die Insel ist nicht umsonst so wunderschön grün und bunt. Bei den Wasserfällen haben wir dann auch noch eine kleine Lehrstunde in der Herstellung von Kokosmilch und Kokosflocken bekommen. Eine Tätigkeit, die weitaus einfacher aussieht als sie wirklich ist,  wie Chris unter Beweis gestellt hat.

Am nächsten Morgen war eine frühe Abfahrt in Richtung Hafen und Weiterfahrt zur Insel Savai’i geplant,  die aber etwas nach hinten verschoben werden musste,  da es so stark geregnet hat, dass es unmöglich war, das Auto zu beladen ohne sämtliches Gepäck völlig zu durchnässen. Das ist auch wiederum der einzige Nachteil der Fales, denn egal welches Wetter ist, man muss raus, wenn man ins Bad will. Das Bad war zwar nicht weit entfernt (nur über die Strase rüber), aber der Regen war so stark, dass ich es nicht mal 5 Meter geschafft habe ohne komplett nass zu werden.  Mit etwas Verspätung ging es dann zurück Richtung Stadt, wo wir leider eine weitere Verzögerung hinnehmen mussten,  weil sich der Mietwagen spontan überlegt hat seltsame Geräusche zu machen und daher ausgetauscht wurde. Letztendlich haben wir es aber doch noch geschafft,  einen Platz auf der Mittagsfähre zu erwischen und nach Savai’i überzusetzen.

Savai’i
Auf Savai’i angekommen waren wir alle sehr begeistert von den wunderschönen Buchten und der traumhaften Wasserfarbe.

Die Suche nach einer Unterkunft war wieder äußerst leicht und wir haben eine schöne Strandfale im Osten der Insel gefunden.

Am nächsten Tag haben wir uns aufgemacht die Insel zu erkunden und sind so einmal komplett um die Insel rumgefahren. Zu sehen gibt es wunderschöne Landschaften, hübsche Dörfer und einige Naturbesonderheiten, die durch Vulkanausbrüche enstanden sind. So gibt es die Saleaula Lava-Felder, die von einem Vulkanausabruch vor knapp 100 Jahren (1905) zeugen. Durch den Vulkan wurde auch eine Kirche zerstört,  deren Grundmauern nun mitten in den erkalteten Lava stehen.

Außerdem gibt es im Südwesten die Blow-Holes. Diese sind Löcher im Vulkangestein an der Küste,  durch die die Brandung bei eintreffenden Wellen hochspritzt. Ein alter Mann hat uns gezeigt wie hoch Kokosnussschalen im hochschießenden Wasser spritzen. Auch 2 schöne Wasserfälle haben wir uns angesehen,  bevor wir wieder zurück zur gleichen  Unterkunft gefahren sind, weil wir einfach keine vergleichbar schöne Bleibe auf der Westseite der Insel gesehen haben.

Den letzten Abend auf Samoa haben wir gemeinsam mit Natalia und Chris mit Bier und Phase 10 verbracht.

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Ein sehr lustiger Abend

Upolu
Am nächsten Morgen ging es dann wieder mit der Fähre zurück nach Upolu,  wo wir bis zum Abflug am Abend nochmal um den westlichen Teil der Insel gefahren sind. Dieser Teil der Insel ist nur wenig erschlossen und die Straße in großen Teilen nicht asphaltiert; dafür kann man wunderschöne Landschaften und ursprüngliche Dörfer bewundern.

Zum Abschluss ging es dann nochmal zu einer schönen Bucht, um ein letztes Südseebad zu nehmen und den Rucksack für die lange Weiterreise auf die Philippinen zu packen.
Alles in allem ist Samoa zu meiner neuen Lieblingsinsel in der Südsee geworden und ich hoffe, ich kann nochmal dorthin zurückkehren.

Fiji

Zurück im verkehrstechnisch deutlich besser angebundenen und auch deutlich belebteren Fiji haben wir uns nach einer weiteren Nacht in Nadi dazu entschlossen, der Zivilisation für ein paar weitere Tage zu entsagen und 3 Tage auf Bounty Island, einer kleinen Insel zur Gruppe der Mamanuca Islands im Nordwesten Fijis gehörend, zu verbringen.

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Bounty Island

Bounty Island beherbergt nur ein einziges kleines Resort auf einer Seite der Insel, was es sehr einfach macht, dem Resorttrubel aus dem Weg zu gehen, indem man sich einfach ein paar Meter weit entfernt. Der Durchschnittstourist folgt zum Glück der Regel, die Grenzen des Resorts und damit die Erreichbarbkeit von Essen und kühlen Getränken um nicht mehr als 50 Meter zu überschreiten. Nachdem wir am ersten Abend unfreiwillig Erfahrung gesammelt haben (es waren dann doch zu wenig Gäste im Resort und ich war dem Manager zu bekannt aufgrund der Schildkröten – dazu später mehr), hatten wir es dann aber auch schnell raus, jeglichem ungewünschten Animationsprogramm  zu entgehen. Die Insel ist so klein, dass man sie in 30 Minuten gemütlich umwandern kann, aber zum Glück eben so groß, dass man komplett seine Ruhe haben kann.

Zur Landschaft braucht man nicht viel zu sagen, fast jeder hat vermutlich schon Bilder von Fiji in irgendeiner Südseewerbung gesehen. Fiji ist einfach ein Inselparadies, die Strände sind weiß und palmengesäumt und das Wasser türkisblau und angenehm warm. Auf einer Seite der Insel haben wir eine Gruppe von ca. 15 ganz jungen Weißspitzenriffhaien entdeckt, die direkt am Ufer Jagd auf kleine Fische gemacht haben. Einfach toll… nur tauchen wurde auf der Insel leider nicht angeboten. Leider hat die Insel bei dem extrem starken Zyklon, der ca. 3 Wochen vorher über Fiji gezogen ist, auch einige Schäden davongetragen und so war der Weg durchs Innere der Insel unpassierbar.


Bounty Island wird auch von Schildkröten zur Eiablage besucht. Da die frisch geschlüpften Schildkröten eine sehr geringe Überlebenschance haben, wenn sie zurück ins Meer wandern, gibt es auf der  Insel ein Schildkröten-Schutzprojekt. Die Schildkröten werden eingesammelt und ca. ein Jahr lang in einem Becken gehalten und aufgezogen. Wenn sie danach in die Freiheit entlassen werden, sind ihre Überlebenschancen deutlich höher. Bei der täglich durchgeführten Schildkrötenfütterung habe ich den Manager auf die Veralgung der Schildkrötenpanzer angesprochen und erfahren, dass die kleinen Schildkröten regelmäßig geputzt werden müssen.  Aufgrund meiner tierärztlichen Ausbildung wurde mir dann auch erlaubt, bei der dringend notwendigen Reinigungsaktion mitzuhelfen. Also habe ich 2 Nachmittage mit Zahnbürste bewaffnet damit verbracht, mitzuhelfen 52 Schildkrötenbabys von ziemlich fies festklebenden Algen zu befreien und einen Teil der Schildkröten zu vermessen, um das Wachstum der Kleinen zu dokumentieren.


Ansonsten ist so ein Leben auf einer kleinen Insel recht unspektakulär und es gibt recht wenig zu erzählen. Ich denke die Bilder sprechen für sich.
Allerdings muss man zu den Inseln um Fiji auch sagen, dass alles sehr touristisch ist, da Fiji quasi das Mallorca bzw. Kanaren der gut zahlenden Australier ist und auch viele junge Rucksackreisende nach einigen Monaten in Australien oder Neuseeland gerne noch einen kurzen Abstecher nach Fiji machen. Dessen sollte man sich auf jeden Fall bewusst sein, wenn man sich für eine Fiji-Reise entscheidet. Nichts destotrotz mag ich das Land und vor allem die Freundlichkeit der Leute einfach sehr gerne und komme auch gerne nochmal für einen dritten Besuch zurück.

Zu unseren großen Freude haben wir festgestellt, dass man nicht zwangsläufig das direkte Boot zurück auf die Hauptinsel nehmen muss, obwohl Bounty Island die 2. Insel beim Bootstransfer ist, sondern man für den gleichen Preis über eine quasi geschenkte 2,5-stündige Inselrundfahrt gefreut als Abschluss der Fiji-Reise ☺.

Tuvalu

Von den Solomon Islands aus ging es los zum größten Abenteuer der Reise. Nach 2 Übernachtungen in Fiji (Nadi und Suva) und einem Inlandsflug haben wir es geschafft, einen Sitzplatz im Flieger nach Tuvalu zu bekommen. Dort angekomen war es sehr leicht eine Unterkunft zu finden und die Unterkunft war auch nur 100m (!) vom Terminal entfernt. Allerdings mussten wir schnell feststellen, dass es keinen einzigen Geldautomaten in Tuvalu gibt und man auch nirgends mit Kreditkarte bezahlen kann. Währung: australischer Dollar. Dummerweise hatten wir nur noch 100 australische Dollar in der Tasche und der nächste Flieger zurück nach Fiji ging erst 5 Tage später. Also waren wir den ganzen ersten Tag mit dem Versuch beschäftigt, irgendwie an Geld zu kommen. Ich habe schon fest damit gerechnet, auf der Landebahn schlafen zu müssen und mich 5 Tage von Wasser zu ernähren ☺. Nach mehreren erfolglosen Versuchen uns selbst Geld über Western Union zu schicken, konnten wir das Problem am nächsten Tag endlich dank Jonas‘ spontaner Hilfe lösen. Danach haben wir uns auf die Mission begeben, das winzige Land zu erkunden. Die Hauptinsel ist nur ca 2,8 Quadratkilometer groß, hat ca. 5000 -6000 Einwohner und die Outer Islands sind mehrere Stunden bzw. Tage Fährenfahrt entfernt. Daher stellten wir auch schnell fest,  dass es außer uns nur einzige andere Touristin gab, die Japanerin Sato. Alle anderen Westler waren beruflich dort,  für die EU, UN, australische Navy, etc. Da sich aber auch deren Anzahl in Grenzen hält, haben wir innerhalb von 2 Tagen mehr oder weniger alle Westler gekannt. Obwohl das Land wirklich klein ist und es nicht wirklich viel zu sehen gibt,  haben wir die Zeit dort sehr genossen durch die sehr persönliche und offene Atmosphäre. Wir sind z.B. einfach mal durch die Straßen gelaufen und keine 5 Minuten später hat uns der Australier Frank eingesammelt und auf eine Inselrundfahrt mitgenommen. Wir haben auch sehr viel Zeit mit Sato verbracht, waren abends nie alleine zum Essen und es haben sich immer Leute für ein Bierchen gefunden.

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I-Aah im Flieger
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Wegweiser vorm Regierungsgebäude – mehr Straßen gibt es nicht
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Hauptstraße nach Süden
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Inselrundfahrt mit Frank
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Die schmalste Stelle des Landes – im Westen die ruhige Lagune – im Osten der wilde Pazifik
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Pazifikseite
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Lagune
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Bootsfahrt in der Lagune mit Sato
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Schöne Natur
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Meine geliebten Frangipanis
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Briefmarkensammlung im mega chaotischen bzw. unorganisierten Postamt
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Dresscode für den Kirchgang am Sonntag – unglaublich wie toll die Gemeinde in der Kirche singt

Generell spielt sich das Leben in Tuvalu hauptsächlich rund um die Landebahn ab und der Flughafen generell ist eher öffentliches Eigentum. Abends werden auf der Landebahn diverse Ballspiele gespielt und morgens dient sie als Sportplatz für Jogger und co. Wir waren tatsächlich auch einen Morgen um 05:30 Uhr bei Frank zum Gruppen-Zirkeltraining, das leider aufgrund von Regen von der Landebahn in Frank’s Carport verlegt werden musste. In heißen Nächten schlafen die Einheimischen auch gerne auf der Landebahn, weil es dort angenehmer ist als in den heißen Hütten. Inoffiziell heißt die Landebahn deswegen auch „Million Star Hotel“.

Eine tolle Erfahrung haben wir auch gemacht als wir einen Abend spontan auf der Straße von Einheimischen zur Geburtstagsparty eines einjährigen Mädchens eingeladen wurden. So viel Gastfreundschaft habe ich noch nicht erlebt. Alle waren sehr bemüht uns in die Feier mit einzubeziehen und mit Essen und Trinken zu versorgen.
Alles in allem sind wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge wieder abgereist. Lachend, weil man prinzipiell in 2 Tagen das ganze Land gesehen hat und wir auch froh waren wieder in ein Land mit Geldautomat zu reisen. Weinend, weil wir so viele nette Menschen kennengelernt haben und es echt schade war, diese nette Gemeinschaft wieder zu verlassen.

Übrigens hätte sich die Abreise fast noch verzögert,  weil der Pilot den ankommenden Flieger so spät auf die nur 1,2 km lange Landebahn gesetzt hat, dass wir draußen mit weichen Knien zugeschaut haben wie der Flieger in allerletzter Sekunde am Ende der Landebahn zum Stehen kam. Als ich immer noch mit weichen Knien vor Schreck im Flieger saß und darauf wartete, dass es losgeht, waren mehrere Leute nicht in der Lage, die anscheinend niegelnagelneue Kerosinpumpe zu bedienen, um den Flieger für den Rückweg zu betanken. Nach einigen ratlosen Minuten und der Aufforderung an die Passagiere wieder auszusteigen, haben sie es aber dann doch geschafft und wir haben Tuvalu sicher verlassen.

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Nicht ganz gelungene Landung
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Byebye Tuvalu – Danke für die unvergesslichen Erinnerungen

 

Solomon Islands

Leider war in den letzten Wochen die Internetverbindung zu schlecht oder es gab eine Zeit- oder Datenbegrenzung, so dass ich leider etwas im Rückstand bin mit neuen Bildern und Berichten. Dieser Zustand wird sich leider in den nächsten 4 Wochen nicht verbessern, da ich zur Zeit in El Nido auf den Philippinen bin und man mit viel Glück früh morgens mal ein Bild hochladen kann. Ich versuche aber mein Bestes, die Bilder von der Südseetour so schnell wie möglich hochzuladen.

Nach 4 Tagen Australien ging es jedenfalls weiter auf die Salomonen. Die ersten 1.5 Tage und am letzten Tag waren wir in der Hauptstadt Honiara, die leider nicht in die Liste meiner Lieblingsstädte aufgenommen werden kann. Die Stadt ist viel zu vermüllt und staubig und sehr viel zu sehen gibt es auch nicht. Wir haben uns die Weltkriegsgedenkstätten angesehen,  da die Haiptinsel Guadalcanal im 2. Weltkrieg einer der Hauptschauplätze im Kampf zwischen Japanern und Amerikanern war.

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Die Spuren des Bethelnusskauens sind in der Stadt überall sichtbar
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Vermüllte Straßen beherrschen leider das Stadtbild in Honiara

Danach sind wir für 4 Tage mit dem Boot nach Buena Vista Island gefahren. Die Insel und die Bucht sind traumhaft schön und da es dort kein Internet gibt und man mit deutscher SIM-Karte generell keinen Empfang auf den Salomonen hat, war die Zeit äußerst erholsam, da sich der ganze Tag rund ums Wasser abspielt. Das Hausriff war toll zum Schnorcheln (inklusive Seepferdchen) und für Mutigeren gab es auch Bäume und Seile, von denen aus man ins Wasser springen konnte. Generell ist das Leben dort sehr einfach. Es gibt nur kaltes Wasser, Strom gibt es nur nachts, die Wäsche wäscht man draußen am Strand in einem Bottich und die Hütte hatte nicht mal einen Spiegel.
Da wir die sehr nette Bekanntschaft zweier Kanadier (Cara und Jonathan) gemacht haben, wurde es uns auch nicht langweilig. Jonathan ist vor 4 Jahren mit seinem Segelboot aus Vancouver losgezogen und hat alleine den Pazifik in 37 Tagen durchquert. Cara ist die letzten 6 Monate mitgesegelt. Einen Abend waren wir auch auf dem Segelboot zum Essen eingeladen.
Alles in allem war der Trip auf die Salomonen sehr schön, erholsam und interessant. Einziger Minuspunkt waren die vielen Moskitos inklusive Malariarisiko und die nicht so schöne Hauptstadt.

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Die Bucht vor der Hütte

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I-Aah im traditionallen Kanu
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Cara und ich im traditionellen Kanu… gar nicht so leicht nicht umzukippen
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Jonathan’s Segelboot
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Hausriff

 

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In Verteidigungsstellun
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Sparker endlich am Schlafen… im Wachzustand musste man sehr auf seine Füße aufpassen
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So wäscht man Wäsche…
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Das Dorf nebenan

Brisbane

Zweite Station der Reise ist Brisbane. Auch hier gefällt es mir sehr gut; die Stadt ist etwas gemütlicher als Sydney, hat aber einen sehr hohen Freizeitwert. Es gibt einen kostenlosen Bootsshuttle, einen schönen Park mit kostenlosem Freibad und kilometerlange Lauf- und Spazierstrecken.

Morgen versuchen wir dann in Richtung Südsee weiter zu kommen.

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Bootsfahrt auf dem Brisbane River
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Story Bridge
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Story Bridge am Abend

 

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Freibad
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Blick aus dem Hotelzimmer