Von den Solomon Islands aus ging es los zum größten Abenteuer der Reise. Nach 2 Übernachtungen in Fiji (Nadi und Suva) und einem Inlandsflug haben wir es geschafft, einen Sitzplatz im Flieger nach Tuvalu zu bekommen. Dort angekomen war es sehr leicht eine Unterkunft zu finden und die Unterkunft war auch nur 100m (!) vom Terminal entfernt. Allerdings mussten wir schnell feststellen, dass es keinen einzigen Geldautomaten in Tuvalu gibt und man auch nirgends mit Kreditkarte bezahlen kann. Währung: australischer Dollar. Dummerweise hatten wir nur noch 100 australische Dollar in der Tasche und der nächste Flieger zurück nach Fiji ging erst 5 Tage später. Also waren wir den ganzen ersten Tag mit dem Versuch beschäftigt, irgendwie an Geld zu kommen. Ich habe schon fest damit gerechnet, auf der Landebahn schlafen zu müssen und mich 5 Tage von Wasser zu ernähren ☺. Nach mehreren erfolglosen Versuchen uns selbst Geld über Western Union zu schicken, konnten wir das Problem am nächsten Tag endlich dank Jonas‘ spontaner Hilfe lösen. Danach haben wir uns auf die Mission begeben, das winzige Land zu erkunden. Die Hauptinsel ist nur ca 2,8 Quadratkilometer groß, hat ca. 5000 -6000 Einwohner und die Outer Islands sind mehrere Stunden bzw. Tage Fährenfahrt entfernt. Daher stellten wir auch schnell fest, dass es außer uns nur einzige andere Touristin gab, die Japanerin Sato. Alle anderen Westler waren beruflich dort, für die EU, UN, australische Navy, etc. Da sich aber auch deren Anzahl in Grenzen hält, haben wir innerhalb von 2 Tagen mehr oder weniger alle Westler gekannt. Obwohl das Land wirklich klein ist und es nicht wirklich viel zu sehen gibt, haben wir die Zeit dort sehr genossen durch die sehr persönliche und offene Atmosphäre. Wir sind z.B. einfach mal durch die Straßen gelaufen und keine 5 Minuten später hat uns der Australier Frank eingesammelt und auf eine Inselrundfahrt mitgenommen. Wir haben auch sehr viel Zeit mit Sato verbracht, waren abends nie alleine zum Essen und es haben sich immer Leute für ein Bierchen gefunden.












Generell spielt sich das Leben in Tuvalu hauptsächlich rund um die Landebahn ab und der Flughafen generell ist eher öffentliches Eigentum. Abends werden auf der Landebahn diverse Ballspiele gespielt und morgens dient sie als Sportplatz für Jogger und co. Wir waren tatsächlich auch einen Morgen um 05:30 Uhr bei Frank zum Gruppen-Zirkeltraining, das leider aufgrund von Regen von der Landebahn in Frank’s Carport verlegt werden musste. In heißen Nächten schlafen die Einheimischen auch gerne auf der Landebahn, weil es dort angenehmer ist als in den heißen Hütten. Inoffiziell heißt die Landebahn deswegen auch „Million Star Hotel“.
Eine tolle Erfahrung haben wir auch gemacht als wir einen Abend spontan auf der Straße von Einheimischen zur Geburtstagsparty eines einjährigen Mädchens eingeladen wurden. So viel Gastfreundschaft habe ich noch nicht erlebt. Alle waren sehr bemüht uns in die Feier mit einzubeziehen und mit Essen und Trinken zu versorgen.
Alles in allem sind wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge wieder abgereist. Lachend, weil man prinzipiell in 2 Tagen das ganze Land gesehen hat und wir auch froh waren wieder in ein Land mit Geldautomat zu reisen. Weinend, weil wir so viele nette Menschen kennengelernt haben und es echt schade war, diese nette Gemeinschaft wieder zu verlassen.
Übrigens hätte sich die Abreise fast noch verzögert, weil der Pilot den ankommenden Flieger so spät auf die nur 1,2 km lange Landebahn gesetzt hat, dass wir draußen mit weichen Knien zugeschaut haben wie der Flieger in allerletzter Sekunde am Ende der Landebahn zum Stehen kam. Als ich immer noch mit weichen Knien vor Schreck im Flieger saß und darauf wartete, dass es losgeht, waren mehrere Leute nicht in der Lage, die anscheinend niegelnagelneue Kerosinpumpe zu bedienen, um den Flieger für den Rückweg zu betanken. Nach einigen ratlosen Minuten und der Aufforderung an die Passagiere wieder auszusteigen, haben sie es aber dann doch geschafft und wir haben Tuvalu sicher verlassen.


Das ist einfach traumhaft.
Dir weiterhin viel Spaß mit unvergesslichen Momenten.
Grüße aus München
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