Zurück im verkehrstechnisch deutlich besser angebundenen und auch deutlich belebteren Fiji haben wir uns nach einer weiteren Nacht in Nadi dazu entschlossen, der Zivilisation für ein paar weitere Tage zu entsagen und 3 Tage auf Bounty Island, einer kleinen Insel zur Gruppe der Mamanuca Islands im Nordwesten Fijis gehörend, zu verbringen.

Bounty Island beherbergt nur ein einziges kleines Resort auf einer Seite der Insel, was es sehr einfach macht, dem Resorttrubel aus dem Weg zu gehen, indem man sich einfach ein paar Meter weit entfernt. Der Durchschnittstourist folgt zum Glück der Regel, die Grenzen des Resorts und damit die Erreichbarbkeit von Essen und kühlen Getränken um nicht mehr als 50 Meter zu überschreiten. Nachdem wir am ersten Abend unfreiwillig Erfahrung gesammelt haben (es waren dann doch zu wenig Gäste im Resort und ich war dem Manager zu bekannt aufgrund der Schildkröten – dazu später mehr), hatten wir es dann aber auch schnell raus, jeglichem ungewünschten Animationsprogramm zu entgehen. Die Insel ist so klein, dass man sie in 30 Minuten gemütlich umwandern kann, aber zum Glück eben so groß, dass man komplett seine Ruhe haben kann.
Zur Landschaft braucht man nicht viel zu sagen, fast jeder hat vermutlich schon Bilder von Fiji in irgendeiner Südseewerbung gesehen. Fiji ist einfach ein Inselparadies, die Strände sind weiß und palmengesäumt und das Wasser türkisblau und angenehm warm. Auf einer Seite der Insel haben wir eine Gruppe von ca. 15 ganz jungen Weißspitzenriffhaien entdeckt, die direkt am Ufer Jagd auf kleine Fische gemacht haben. Einfach toll… nur tauchen wurde auf der Insel leider nicht angeboten. Leider hat die Insel bei dem extrem starken Zyklon, der ca. 3 Wochen vorher über Fiji gezogen ist, auch einige Schäden davongetragen und so war der Weg durchs Innere der Insel unpassierbar.
Bounty Island wird auch von Schildkröten zur Eiablage besucht. Da die frisch geschlüpften Schildkröten eine sehr geringe Überlebenschance haben, wenn sie zurück ins Meer wandern, gibt es auf der Insel ein Schildkröten-Schutzprojekt. Die Schildkröten werden eingesammelt und ca. ein Jahr lang in einem Becken gehalten und aufgezogen. Wenn sie danach in die Freiheit entlassen werden, sind ihre Überlebenschancen deutlich höher. Bei der täglich durchgeführten Schildkrötenfütterung habe ich den Manager auf die Veralgung der Schildkrötenpanzer angesprochen und erfahren, dass die kleinen Schildkröten regelmäßig geputzt werden müssen. Aufgrund meiner tierärztlichen Ausbildung wurde mir dann auch erlaubt, bei der dringend notwendigen Reinigungsaktion mitzuhelfen. Also habe ich 2 Nachmittage mit Zahnbürste bewaffnet damit verbracht, mitzuhelfen 52 Schildkrötenbabys von ziemlich fies festklebenden Algen zu befreien und einen Teil der Schildkröten zu vermessen, um das Wachstum der Kleinen zu dokumentieren.
Ansonsten ist so ein Leben auf einer kleinen Insel recht unspektakulär und es gibt recht wenig zu erzählen. Ich denke die Bilder sprechen für sich.
Allerdings muss man zu den Inseln um Fiji auch sagen, dass alles sehr touristisch ist, da Fiji quasi das Mallorca bzw. Kanaren der gut zahlenden Australier ist und auch viele junge Rucksackreisende nach einigen Monaten in Australien oder Neuseeland gerne noch einen kurzen Abstecher nach Fiji machen. Dessen sollte man sich auf jeden Fall bewusst sein, wenn man sich für eine Fiji-Reise entscheidet. Nichts destotrotz mag ich das Land und vor allem die Freundlichkeit der Leute einfach sehr gerne und komme auch gerne nochmal für einen dritten Besuch zurück.
Zu unseren großen Freude haben wir festgestellt, dass man nicht zwangsläufig das direkte Boot zurück auf die Hauptinsel nehmen muss, obwohl Bounty Island die 2. Insel beim Bootstransfer ist, sondern man für den gleichen Preis über eine quasi geschenkte 2,5-stündige Inselrundfahrt gefreut als Abschluss der Fiji-Reise ☺.
Seufz – schick uns was von der Sonne rüber, hier regnet es, regnet es, regnet es, ….
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