Mahébourg
Nachdem ich erfolgreich einen Sitzplatz nach Dubai ergattert hatte, bin ich von dort nach mehrstündiger Wartezeit zusammen mit Nico weiter nach Mauritius geflogen.
Die ersten beiden Nächte habe wir in der Nähe des Flughafens, in Mahébourg, verbracht. Die kleine Stadt im Südosten von Mauritius ist an sich nicht besonders spannend, aber wir haben eine schöne Radtour zum nahegelegenen Strand ‚Pointe d’Esny‘ und zur ‚Blue Bay‘ gemacht. Die Küste ist traumhaft schön und in der Nebensaison auch fast menschenleer und entspannt. Leider war das Wetter unerwartet kalt und windig und da ich die letzten Monate in tropischer Hitze verbracht hatte, habe ich bei circa 20-25 Grad tatsächlich etwas gefroren. Da es in Mahébourg ansonsten nicht viel mehr zu sehen gibt, sind wir tags darauf weiter die Ostküste hinaufgefahren nach Trou d’Eau Douce.
Trou d’Eau Douce
Als Fortbewegungsmittel zwischen den verschiedenen Übernachtungsstopps haben wir die lokalen Busse genutzt, die erstaunlich sauber, halbwegs komfortabel und vor allem sehr günstig waren (auch wenn man für einen großen Rucksack gegebenenfalls einen Sitzplatz zahlen muss, wenn man ihn nicht wie ich 2 Stunden auf den Schoß nimmt). Die Fahrt war sehr kurzweilig, denn es ging durch unzählige Zuckerrohrfelder mit Blick auf die traumhaften Berge und wunderschönen Küstenabschnitte. In Trou d’Eau Douce haben wir im Gästehaus einer sehr netten indisch-stämmigen Familie gewohnt, die uns herzlich aufgenommen haben. Aufgrund der Tatsache, dass zu Kolonialzeiten viele Lohnarbeiter verschiedener Herkunft nach Mauritius kamen, gibt es heute einen bunten Mix verschiedener Kulturen, die offensichtlich friedlich nebeneinander existieren, da es keine Ureinwohner gab und daher keiner ein Vorrecht für sich beansprucht. Zu unserer großen Freude gab es daher eine große Auswahl indischer Essensstände zu fast indischen Preisen. Obwohl Mauritius bekannt ist für Hochzeitsreisen und teure Pauschalreisen, waren wir doch erstaunt, dass man auch günstige Selbstversorgerunterkünfte findet und sich die Insel daher auch für Budgetreisende eignet. An der Ostküste ging ein recht starker Wind aufgrund eines Anti-Zyklons, weshalb für mich das Frieren weiterging. Aber wer schwüle Hitze nicht so mag, ist offensichtlich im September sehr gut auf Mauritius aufgehoben bei 25 Grad und niedriger Luftfeuchtigkeit. Von Trou d’Eau Douce aus haben wir einen Rollerausflug (ca. 110km) an der Küste entlang in den Norden zur ‚Grand Baie‘ und in die botanischen Gärten von Pamplemousses (mit einigen kuriosen Pflanzen) gemacht. Aufgrund des kühlen Windes haben wir uns dann aber entschieden, in den windstilleren Westen nach Flic en Flac weiterzufahren.
Flic en Flac
Die Fahrt nach Flic en Flac hat ca 3.5 Stunden in 3 verschiedenen Bussen gedauet, aber wir haben auf der Fahrt wieder sehr viel von der Insel gesehen. Flic en Flac ist eines der größten Tourismuszentren der Insel, aber deutlich ruhiger als Grand Baie. Der lange Strand ist wunderschön und eignet sich bestens für kilometerlange Strandläufe. Die Stadt liegt auch nicht weit entfernt vom ‚Black River Gorges‘ Nationalpark und so haben wir einen Tag zum Wandern durch den Nationalpark genutzt und außerdem den Südwesten der Insel mit dem Roller erkundigt. Wer mehr Zeit hat, kann durchaus mehrere Tage mit Wandern auf Mauritius verbringen, was die Insel zu einem guten Ziel macht für Urlauber, die keinen reinen Strandurlaub verbringen wollen.
Auch Port Louis, der Hauptstadt, haben wir von Flic en Flac aus einen Besuch abgestattet. Im dortigen Blue Penny Museum haben wir uns die berühmten Briefmarken ‚Blaue Mauritius‘ und ‚Rote Mauritius‘ angeschaut (von denen man allerdings kein Foto machen darf) und ein wenig mehr über die Kolonialzeit auf Mauritius erfahren. Außerdem haben wir das Weltkulturerbe ‚Apravasi Ghat‘ besichtigt. Dort wurden im 19. Jahrhundert ankommende Schuldknechte registriert, welche die Sklaven auf den Zuckerrohr-Plantagen nach Abschaffung der Sklavenarbeit ersetzen sollten. Mauritius war dabei ein Modelprojekt und das System der Schuldknechte wurde später in anderen Kolonien übernommen.
Tags darauf sind wir wieder zurück nach Mahébourg gefahren und hatten dort das Glück ein großes Hindu-Fest besuchen zu können, denn auf der ganzen Insel war ein hinduistischer Feiertag.
Nach insgesamt 9 Tagen auf Mauritius haben wir uns dann aber entschieden weiterzuziehen, denn wir wollten gerne noch weitere afrikanische Länder erkunden.
Morgens um 6h, mit dem ersten Tee in der Hand und an der Küste Südafrikas, lese ich deine Beiträge am liebsten😉. Liest sich wie immer schön und informativ, als sollte man Mauritius auch gesehen haben. Jetzt, wo wir mit Afrika infiziert sind, mehr als verständlich… Auf bald im kalten Deutschland!
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Mauritius wäre definitiv optimal für Euch. Wir können uns ja demnächst ausführlich darüber unterhalten. Freue mich Dich zu sehen und wünsche Dir noch ein paar wunderschöne in Südafrika 🙂
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